"Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein" ("Le Figaro", Paris).
Geboren 1970 in Ankara, Türkei, studierte Fazil Say Klavier und Komposition am dortigen Staatlichen Konservatorium. Ein Stipendium ermöglichte es dem damals 17-jährigen für fünf Jahre in Düsseldorf mit David Levine am Robert-Schumann-Institut zu arbeiten. Von 1992 bis 1995

setzte er seine Studien am Berliner Konservatorium fort. 1994 gewann er die Young Concert Artists International Auditions, was den raschen Start seiner internationalen Karriere bedeutete.
Fazil Say ist Gast beim New York Philharmonic, dem Israel Philharmonic, dem Baltimore Symphony, Philadelphia Orchestra, Concertgebouw Orchestra, St. Petersburg Philharmonic, BBC Philharmonic, dem Orchestre National de France, den Wiener Sinfonikern und anderen führenden Orchestern weltweit. Er spielt u.a. beim Lucerne Festival, beim Klavierfestival Ruhr, beim Rheingau-Musikfestival, beim Verbier Festival, beim Montpellier Festival, beim Beethovenfest Bonn sowie in allen führenden Konzerthallen der Welt wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Berliner Philharmonie, dem Musikverein Wien, der Suntory Hall Tokyo, der Carnegie Hall und Avery Fisher Hall in New York und vielen anderen. 2003/04 folgte u.a. sein Debüt bei den Salzburger Festspielen, beim Lincoln Center Festival New York, bei der International Piano Series London und bei der World Piano Series Tokyo. Seine Kammermusikpartner sind u.a. Yuri Bashmet und Shlomo Mintz. Mit Maxim Vengerov ging er 2004 auf Tournee in Europa und den USA (u.a. Carnegie Hall, Concertgebouw, Musikverein, Barbican). 2006 gründete er zusammen mit der außergewöhnlichen Geigerin Patricia Kopatchinskaja (www.patriciakopatchinskaja.com) ein Duo.
Seine Leidenschaft für Jazz und Improvisation führte zur Gründung eines "Worldjazz"-Quartetts zusammen mit dem türkischen Ney-Virtuosen Kudsi Ergüner, mit dem er im Sommer 2000 in St. Denis, Paris, Montpellier, bei den Jazz-Festivals in Montreux und Istanbul und beim Festival de Juan-les-Pins Triumphe feierte. 2005 und 2007 trat er erneut mit einem Konzert (u.a. mit Bobby McFerrin) und Workshop beim Jazz-Festival Montreux auf. 2008, wie zuvor auch 2007, wird er den Jazz-Klavierwettbewerb Montreux als Präsident leiten und als Pianist auftreten.
Fazil Say ist gleichermaßen Komponist wie Pianist. Sein Werk "Black Earth" komponierte er mit 16 Jahren. 1991 hob er sein Konzert für Klavier und Violine mit den Berliner Sinfonikern aus der Taufe, und 1996 fand die Uraufführung seines 2. Klavierkonzertes "Silk Road" in Boston statt. Dieses Werk kommt in der Saison 2003/04 mehr als ein Dutzend Mal zur Aufführung mit dem Pianisten. Sein im Auftrag des türkischen Kultusministeriums komponiertes Oratorium "Nazim" auf Verse des berühmten türkischen Dichters Nazim Hikmet wurde 2001 in Ankara in Anwesenheit des Staatspräsidenten uraufgeführt. Im Januar 2002 spielte Say die Uraufführung seines 3. Klavierkonzertes, ein Auftragswerk von Kurt Masur und Radio France, mit dem Orchestre National de Radio France unter der Leitung von Eliahu Inbal mit überwältigendem Erfolg in Paris.
Im Juli 2003 fand die Premiere seines Oratoriums "Requiem für Metin Altiok" beim Istanbul-Festival vor 5000 Zuhörern statt. Im Mai 2005 spielte er die Uraufführung seines 4. Klavierkonzerts in Luzern, ein Auftragswerk der ETH Zürich. Für Klavier und Orchester komponierte er hochvirtuose Adaptionen von Werken wie Mozarts "Alla Turca" und "Paganini Jazz". Die Stadt Wien gab für das Mozartjahr 2006 ein Ballett in Auftrag, dessen Uraufführung am 1.Februar 2006 in Wien stattfand. Für die Salzburger Festspiele 2006 entstand ein neues Solowerk, "Inside Serail", eine weitere Orchesterpartitur ist in Planung. Im Februar 2008 wurde in Luzern sein Violinkonzert "1001 Nächte im Harem" mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Luzerner Sinfonieorchester unter John Axelrod uraufgeführt. Es wurde für CD aufgezeichnet, live im Radio und TV gesendet und erschien noch am selben Abend auf "youtube". Radio France ernannte ihn 2003 und erneut 2005 zum "Artist in Residence", diese Position hatte er ebenfalls beim Musikfest Bremen 2005 inne sowie bis 2010 beim Konzerthaus Dortmund.
Die erste, international ausgezeichnete Aufnahme im Rahmen eines neuen Vertrags mit dem französischen Label naïve ist ausschließlich eigenen Werken gewidmet. Eine neue CD, von der Kritik weltweit als eine der bedeutendsten Mozart-Aufnahmen gefeiert, enthält drei Mozart-Klavierkonzerte mit dem Züricher Kammerorchester unter Howard Griffith. Sie ist 2004 erschienen. Im Herbst 2005 wurde eine weitere CD mit Beethoven-Sonaten veröffentlicht, im Frühjahr 2007 folgte eine Aufnahme mit Haydn-Sonaten. Im Herbst 2008 erschien das neue Violinkonzert „1001 Nights in the Harem“ in der Luzerner Uraufführung sowie eine Recital-CD mit Patricia Kopatchinskaja, für die beide Künstler 2009 mit dem renommierten deutschen Schallplattenpreis „Echo 2009“ ausgezeichnet wurden.
Im Mai 2005 komponierte Say seinen ersten, begeistert gefeierten Soundtrack für den Spielfilm "Ultima Thule" des Schweizer Regisseurs Hans-Ulrich Schlumpf (auch mittlerweile auf DVD). Weitere Soundtracks zu türkischen und japanischen Filmen folgten 2006/07.
Im Herbst 2006 unterschrieb Fazil Say einen zeitlich unbegrenzten Exklusivvertrag mit Schott Music Publishers in Mainz.
"Arte" TV drehte im Sommer 2005 ein großes Porträt in Istanbul, Aspendos und anderen Orten, das 2006 ausgestrahlt wurde. Die DVD-Veröffentlichung des Porträts war im April 2008 bei Arthaus. In Aspendos entstand 2005 eine DVD-Produktion seines Oratoriums "Nazim", das im Herbst 2006 veröffentlicht wurde.
2008 wurde Say als Pianist zu den Feierlichkeiten des 60. Jahrestags der Gründung Israels eingeladen, spielte bei den Festivals in Edinburgh, Athen, Montpellier, beim Prager Sommer, Cannes-Festival u.v.a., hat carte blanche beim Verbier-Festival und beim Jazz-Festival Montreux, konzertierte in der Londoner Wigmore Hall, im Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien, Tonhalle Zürich, Suntory Hall Tokyo, Chatelet Paris, Herodes Atticus-Theater Athen u.v.a. Im Konzerthaus Dortmund setzt er seine fünfjährige Artist-in-Residency fort. Zum Abschluss 2008 gastierte Say mit einer 3 1/2-wöchigen Tournee in Japan deren Höhepunkt ein fünftägiges Say-Festival in Tokyo war.
Für 2008 wurde er u.a. mit Paul Cuelho von der EU zum Botschafter des interkulturellen Dialogs ernannt.
2009 sahen zahlreiche Festspiele den Pianisten als Gast: die Salzburger Festspiele, das Musikfest Bremen, das Holland-Festival, das Europäische Musikfest in Stuttgart, die Dias da Musica Lissabon, das Jazz-Festival Comblain, die Luzerner Festwochen, die Musiques en Été in Genf und viele andere. Tourneen und Gastspiele u.a. mit dem Mahler Chamber Orchestra, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder beim World Economic Forum Davos. Es folgten TV-Produktionen in Tokyo und zum 200. Haydn-Jahrestag für den ORF.
Im März 2010 endet die fünfjährige Residency beim Konzerthaus Dortmund mit der Uraufführung der ersten Sinfonie „Istanbul-Sinfonie“, einem Auftragswerk des Konzerthauses Dortmund und WDR Köln im Zusammenhang mit Ruhr 2010. Im Mai 2010 startet Fazil Say als Artist-in-Residence der Elbphilharmonie Hamburg mit einem einwöchigen Say-Festival. Zuvor ist er Artist-in-Residence im Théâtre des Champs-Élysées in Paris, ebenfalls mit einem eigenen Festival. Eine weitere Residency über fünf Tage findet im Herbst in Meran bei den dortigen Festwochen statt, ehe im September die große Residency des Konzerthauses Berlin beginnt, die zwölf Konzerte in der Saison 2010/11 vorsieht. Hinzu kommt 2010 ein Fazil-Say-Porträt des Festivals Mecklenburg-Vorpommern mit mehrerer Konzerten und dem Höhepunkt der Weltpremiere seines neuen Trompetenkonzerts. 2010 wird Say erneut mit drei Konzerten bei den Salzburger Festspielen vertreten sein, sowie beim Rheingau-Festival, beim Benedetti-Michelangeli-Festival in Italien, beim Gstaad-Festival, Orange-Festival, Echternach-Festival, Mecklenburg-Vorpommern-Festival, beim Athen-Festival, Abu Dhabi Classics u.v.a. Tourneen führen ihn u.a. für drei Wochen nach Japan und China sowie Frankreich, Spanien und andere Länder. Beim Festival in Baden-Baden wird er in einer Fazil-Say-Night im Februar 2010 vier Klavierkonzerte von Ravel, Mozart, Gershwin und Say mit dem Mahler Chamber Orchestra spielen.