LEADER (französisch Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Die Stadt Blieskastel gehört zur LEADER Region des Biosphärenreservates Bliesgau.

Projekt "Essbare Biosphärenstadt"
(Laufzeit: 2016 bis 2021)


Entwicklungsziele der Lokalen Entwicklungsstrategie:
"Wir entwickeln Bildungs- und Kommunikationsangebote für die junge Generation."
"Wir entwickeln Bildungs- und Beratungsangebote für nachhaltige Entwicklung."


Der Ansatz der "Essbaren Stadt" sieht die Berücksichtigung von Nutzpflanzen auf öffentlichen Flächen vor, um das Thema Natur mit ihrer Biologischen Vielfalt stärker in Städten zu verankern und neue Zugänge zu einer bewussten, gesunden Ernährung zu schaffen.



Die Stadt Blieskastel wird diesen Ansatz in ihrer Stadt umsetzen und plant die Gestaltung ihrer Innenstadt und des Geländes ihrer alten Stadtgärtnerei mit essbaren gärtnerischen Elementen (Gemüse, Kräuter, Bienenstöcke,...). Die neuen Gartenflächen werden für Bildungsangebote (Ernährung, Gärtnern, Imkerei) genutz werden, bei denen der Einbezug der Schulen und Kindergärten der Stadt eine wichtige Rolle spielt. Das umfassende Vorhaben berücksichtigt unter anderem auch Aspekte der Regionalvermarktung und des Tourismus und soll unter starker Beteiligung von Bürgern und Unternehmen durchgeführt werden. Hauptziel ist es, Interesse für gesunde Ernährung und gärtnerische Aktivitäten zu wecken und zu fördern.

Im Rahmen dieses LEADER-Projektes werden die Materialien für die vorgesehen gärtnerischen Aktivitäten angeschafft und begleitende Konzepte in den Bereichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Regionalvermarktung und Tourismus erstellt und umgesetzt.

 

Gesamtkosten des Projektes: 148.439,44 € (inkl. Eigenarbeitsleitung)

Die Stadt Blieskastel erhält dafür eine Zuwendung in Höhe von 98.025,04  € aus Mitteln der Europäischen Union (75 %) und des Saarlandes.

 

Ob Salate, Kräuter, Erdbeeren… - Ernten ist ausdrücklich erlaubt, jeder darf sich bedienen! Um den Paradeplatz in der Blieskasteler Altstadt wurden zehn Hochbeete mit gesunden Nutzpflanzen und Kräutern aufgestellt, vor der Bliesgau-Festhalle ein großes Beet mit Obst und Gemüsepflanzen angelegt, weitere Beete auf der Rasenfläche neben dem „Haus des Bürgers“. In der Kardinal-Wendel- und Poststraße säumt jeweils gleich eine Reihe von Hängekästen das Straßenbild. Am Rathaus I wurde ein Bauerngarten mit den dafür typischen Stauden angelegt. Auch an diversen anderen Stellen im Stadtgebiet wurden bereits geeignete Flächen für Neupflanzungen lokalisiert. Jeder Bürger darf ernten. Nutzpflanzen werden am Standort der ehemaligen Stadtgärtnerei nahe des Klosters herangezogen, ehe sie später an geeigneten Grünflächen gepflanzt werden. Hier sind für die Zukunft auch eine Pflückstraße sowie Obst- und Esskastanienbäume angedacht. Der allmählich wachsende „Biosphärengarten“ soll zukünftig auch als pädagogischer Laborgarten und „Offenes Klassenzimmer“ zu Unterrichts- und Informationszwecken für Bildungseinrichtungen dienen. Schulen und Kitas können aktive Patenschaften übernehmen.


•    Beet Rathaus I: 180 m², Bauerngarten (typische Stauden wie z.B. Frauenmantel, Katzenminze, Salbei, Fetthenne, Duftnessel, Färberkamille, Rotblühender Scheinsonnenhut, Prachtkerze, Purpurglöckchen, Herbst-Anemone, Pracht-Storchenschnabel, Kissen-Aster, Brandkraut), Rosen (Rosa rugosa ´Hansa´, Rosa gallica ´ Versicolor´, Rosa alba ´ Maiden´s Blush´),und Spalierobst (Apfel, Birne, Quitte)


•    Beet an der Bliesgau-Festhalle: ca. 100 m² Gemüsebeet (z.B. Zucchini, Knollenfenchel, Speisekürbis, Roter Grünkohl, Stangenbohnen, Peperoni, Sellerie, Salat, Erdbeeren, gemischte Kräuter wie z.B. Bergbohnenkraut, Rosmarin, Oregano, Thymian, etc.), sowie Obst und- Spalierobst (Apfel, Birne, Weinbergpfirsich, rote und schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren)


•    Zwei Gemüsebeete am Rathaus III, „Haus des Bürgers“: 10 m² bepflanzt mit Gemüse und Kräutern (z.B. Origanum, Weinraute, Gewürztagetes, Echinacea, Mangold, Thymian, Lavendel, Salat, Erdbeeren, etc.) 


•    Paradeplatz: 10 Hochbeete (a 1 m²) unterschiedlich bepflanzt mit Mediterranen Kräutern, Gewürzpflanzen und Gemüse (z.B. Artischocke, Rosmarin, Strauchbasilikum, Thymian, Tomaten, Mangold, Erdbeeren, Kopfsalat, Zucchini, Zitronenmelisse, etc.)


•    Duft- und Aromastraße (Kardinal-Wendel-Straße, Poststraße): 25 verschiedene Hängekästen bepflanzt mit Salatkräutern (Schnittlauch, Petersilie, Blut-Ampfer, Ysop), Mediterranen Kräutern (Origanum, Rosmarin, Basilikum, Thymian, Salbei), Asia Kräutern (Zitronengras, Koriander, Zimtbasilikum, Aromapaprika), Teekräutern (Salbei, Zitronenmelisse, Minze, Tagetes) und essbaren Blüten (Gewürztagetes, Kapuzinerkresse, Lavendel);


Biosphärenbürgergarten: ca. 4500 m² (Hermann-Josef-Becker-Weg, nähe Kloster)

Neben den mit Nutzpflanzen gestalteten Flächen existiert hier ein Bürgergarten, in dem mehrere Bereiche vereint sind:

  • Schulen und Kindergärten haben dort ihre Beete, die sie bearbeiten und beernten dürfen. Somit wird ökologisches und nachhaltiges Handeln an die Kleinsten weitergeben.

  • Ferner existieren im Bürgergarten neben den Pflanzbeeten auch mehrere Bienenvölker. Hier arbeitet die Stadt Blieskastel eng mit dem örtlichen Imkerverein zusammen. Es gibt einen Bienenlehrpfad und am Tag der offenen Gartenpforte klären Vorträge und Gespräche die Bürger über die Bedeutung der Honigbiene auf. Zusätzlich wird Honig gewonnen und an die Bürger verschenkt.

  • Daneben existiert im Bürgergarten ein kleiner Teich, der neben Libellen auch Molchen und Fröschen zum Anzugspunkt wird.

  • Streuobstwiesen wurden neu angelegt und bieten neben der Möglichkeit der Obsternte auch seltenen Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum (z.B. Waldkauz). Hier gibt es eine Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein der Region. Er übernimmt die Pflege der Bäume und der Wiesen (Obstbaumschnitte und weitere Pflegemaßnahmen).

  • An den Bäumen wurden Nistkästen befestigt (wie in der gesamten Stadt). Hier greift die Zusammenarbeit mit dem NABU, der die Nistkästen der Vögel sowie die Schlafkästen der Fledermäuse pflegt und überprüft.

  • Durch aufgestellte Insektenhotels werden Insekten, die auf den explizit für sie angelegten Blumenwiesen genügend Nahrung finden, angelockt. So siedeln sich beispielsweise immer mehr Wildbienen an.

  • Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit dem städtischen Forst (Dr. Wolf). Er verankert durch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten das ökologische Bewußtsein bei den Kindern.


Die Öffnungszeiten des Biosphärenbürgergartens:

  • Montags bis Freitags von jeweils 9:00 - 14:00 Uhr ist ein Ansprechpartner vor Ort.
  • Außerhalb dieser Zeiten ist der Bürgergarten jeweils ohne Ansprechpartner geöffnet.


Beet Rathaus I, Bauerngarten

Der Rotblühende Scheinsonnenhut 'Magnus', botanisch Echinacea purpurea 'Magnus', oder auch Purpursonnenhut genannt ist äußerst beliebt. Seine auffälligen Blütenblätter, die von dunkel-purpurrosa, bis purpur reichen können, bringen jeden Garten zum Strahlen. Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten werden von seinem Aussehen magisch angezogen. Dieser Rotblühende Scheinsonnenhut 'Magnus' ist sehr anspruchslos und unkompliziert und kann in Beeten, auf Terrassen und Balkonen vielfältig verwendet werden.

Die Pflanzen lassen sich gut in kleineren Gruppen als Beetpflanze verwenden, auch neben anderen Begleitpflanzen, die nicht zu viel Raum fordern, wie Rosen, Lavendel, Salbei und Frauenmantel gedeihen sie prächtig. Sie sind mehrjährige Pflanzen mit eher feinen, verzweigten Wurzeln. Der Stängel wird 80 bis 100 Zentimeter lang, er ist kräftig und leicht haarig. Der Stängel ist am oberen Ende etwas verzweigt. Echinacea purpurea 'Magnus' gehört zur Familie der Korbblütler.



Chance für Berufs(wieder-)einsteiger

Die praktischen Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit der Stadt Blieskastel von insgesamt zwölf Mitarbeitenden der „Zentrum für Bildung und Beruf gGmbH (ZBB)“ ausgeführt, die für die Dauer von drei Jahren aus Mitteln des Jobcenters Saarpfalzkreis über das Arbeitsmarkt-politische Instrument „Soziale Teilhabe“ gefördert werden. Unterstützt werden sie durch die Teilnehmenden aus den Maßnahmen ZBB-Jugend- und Erwachsenenwerkstatt, ebenfalls im Auftrag des Jobcenters Saarpfalzkreis. Ziel beider Maßnahmen ist es, den Teilnehmenden über Beschäftigung und Qualifizierung einen (Wieder-) Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.


 

Fotos rechts:
Andreas Ternes, Uwe Brengel

Ansprechpartner

  Ternes Andreas
Rathaus II
Zimmer 220
Zweibrücker Straße 1
 (06842) 926-1306
 (06842) 926-2200
Hochbeet am Paradeplatz, hier wachsen: Gewürztagetes, Thymian, Mangold, Strauchtomaten, Andenbeere
Duft- und Aromastraße in der Poststraße: Hängekästen mit Rosmarin, Thymian, Basilikum und Origanum
Kleine Beete am Schlangenbrunnen, gefüllt mit Erdbeeren, Gewürtagetes, Fetthenne, Thymian, Purpursonnenhut und Schnittlauch
Hochbeete am Paradeplatz
Beet an der Bliesgau Festhalle
Kräuterbeet am Busbahnhof Blieskastel
Schmetterlingsbeet am Busbhanhof Blieskastel
Vor dem Rathaus I.
Beete im Biosphärenbürgergarten,...
...der ehemaligen Stadtgärtnerei.
Insektenhotel
Neue Blumen- und Insektenwiese im Biosphärengarten, aufgenommen im Juli 2020 (U. Brengel)
 

Projekt: Reha-Gast trifft Biosphäre

Projektlaufzeit: 2016 bis 2018

 

Entwicklungsziele der Lokalen Entwicklungsstrategie:

"Wir entwickeln Bildungs- und Kommunikationsangebote für die junge Generation."

"Wir entwickeln Bildungs- und Beratungsangebote für nachhaltige Entwicklung."

 

Kurzbeschreibung des Projekte:

In der Förderperiode 2007 bis 2013 wurde im Rahmen des LEADER-Projektes "Kommunikationsinitiative" neben mehreren anderen Maßnahmen auch das Konzept "Rehagast trifft Biosphäre" erstellt. Das Konzept sieht vor, in und um die Mediclin Bliestal Kliniken einen Modellort für nachhaltige Entwicklung zu schaffen, an dem Biosphärenbürger und Reha-Gäste miteinander in Austausch kommen. Ein zentrales Element des Konzeptes ist das Anbieten von Veranstaltungen der Bildung für nachhaltige Entwicklung an ausgewählten Orten innerhalb des angrenzenden Stadtwaldes Blieskastel.

Die Stadt Blieskastel möchte im Rahmen dieses LEADER-Projektes diesen Modellort schaffen um so zur Bewusstseinsbildung für eine nachhaltige Entwicklung beitragen sowie Synergieeffekte mit den Kliniken nutzen. Dazu wird die Stadt eine Koordinierungsstelle einrichten, die mit Bildungsakteuren aus der Region die Veranstaltungen, die dort stattfinden sollen, koordiniert und abrechnet. Außerdem weden die Infrastruktur (Schutzhütte, Weg) vor Ort ausgebessert und Marketingaktivitäten unternommen.

Gesamtkosten des Projektes: 64.556,18 € (inkl. Eigenarbeitsleitung)

Die Stadt Blieskastel erhält dafür eine Zuwendung in Höhe von 45.514,81  € aus Mitteln der Europäischen Union (75 %) und des Saarlandes.


Die aktuellen Veranstaltungen zu diesem Projekt finden Sie in der Veranstaltungsübersicht.

Ansprechpartner:

  Wolf Dr. Helmut
Rathaus II
Zimmer 219
Zweibrücker Str. 1
 (06842) 926-1308, do 15-16h; o
  Ruoff Katja
Haus des Bürgers
Zimmer 302
Rathaus III
Luitpoldplatz 5
 (06842) 926-1331
 (06842) 926-2301
Waldspaziergang im Kurwald mit Natur- und Landschaftsführer Franz Stolz
Natur- und Lanschaftsführer Franz Stolz mit einer Gruppe am Wolfsfelsen
Natur- und Landschaftsführere Dr. Helmut Wolf und Teilnehmer beim Herstellen von Holunderblütensirup
 
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Entwicklungskonzept "Die Leyenschen Gärten am Würzbacher Weiher"

 

Projektlaufzeit: 2016 - 2017

 

Entwicklungsziele der Lokalen Entwicklungsstrategie:

"Wir setzen die Garten- und Parklandschaften unserer Region in Wert"

 

Zwischen 1781 und 1791 entstand auf Initiative der Reichsgräfin Marianne von der Leyen um den Würzbacher Weiher eine anglo-chinoise Parkanlage. Durch die Französische Revolution wurde diese jedoch Großteils zerstört und später überbaut. Es gibt dennoch bis heute rund um den See Spuren der ehemaligen Parkanlage, an die erinnert werden soll. Von besonderer Bedeutung sind dabei natürlich die gut erhaltenen historischen Gebäude mit teils einzigartigen Bautypen, wie der Annahof.
Die Leyenschen Gärten am Würzbacher Weiher gehören zu den Gärten mit Geschichte im Saarpfalz Kreis. Um diese Gärten gemeinsam touristisch zu vermarkten und in wert zu setzen, wurde in der vergangenen LEADER-Periode bereits eine allgemeine Marketingstudie erstellt. Aufbauend auf dieser ersten Studie wird nun ebenfalls durch LEADER gefördert, ein ganz spezielles und gezielt auf die Leyenschen Gärten gerichtetes Entwicklungskonzept erstellt werden.
Darin sollen unter anderem ein mehrsprachiges Leit- und Informationssystem, eine Flyer-Vorlage sowie verschiedene Infotafeln konzipiert werden. Die Erstellung des Konzeptes wird in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Blieskastel, dem Saarpfalz Kreis und dem Ortsrat Niederwürzbach stattfinden.


Am Donnerstag, 8. Dezember wurde der Zuwendungsbescheides durch Herrn Staatssekretär Roland Krämer an die Stadt Blieskastel übergeben.

 

Bis Ende 2017 soll das Projekt umgesetzt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 13.000 €.

 

Die Stadt Blieskastel erhält dafür eine Zuwendung in Höhe von 11.050  € aus Mitteln der Europäischen Union (75 %) und des Saarlandes.

Ansprechpartner

  Ruoff Katja
Haus des Bürgers
Zimmer 302
Rathaus III
Luitpoldplatz 5
 (06842) 926-1331
 (06842) 926-2301
Übergabe des Zuwendungsbescheides durch den Staatssekretär Roland Krämer an die Stadt Blieskastel
Foto: Wolfgang Henn, Saarpfalz Touristik

Projektlaufzeit: April 2020 - Oktober 2021

Es gibt unzählige sehenswerte Ecken in unserer Region, die man erwandern kann. Eine der schönsten ist nicht zuletzt die kulturhistorisch bedeutende Ruine des Alexanderturms nahe der L 103 auf dem zwischen Böckweiler und Breitfurt gelegenen Kahlenberg, der höchsten Erhebung des Bliesgaus. 1893 mit einer Höhe von 26 Metern vom adeligen Baron Alexandre Louis Guillaume Jacomin de Malespine erbaut, verschaffte dieser Aussichtspunkt damals einen stattlichen Ausblick über die umliegende Landschaft. Malespine, dessen Eltern 1829 den Kahlenberger Hof sowie den Kirchheimer Hof erworben hatten, ließ das Bauwerk für Natur- und Wanderfreunde errichten. 1939 wurde der Turm im Vorfeld des beginnenden Krieges von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Was blieb, ist die heutige Turmsockelruine des Erdgeschosses, nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel und schon daher ist ein Wiederaufbau auch seit langem der Herzenswunsch Vieler. Gänzlich dem Erhalt des beliebten Ausflugzieles verschrieben hat sich die vor vielen Jahren gegründete „Fördergemeinschaft Wiederaufbau Alexanderturm e.V.“. In zahlreichen Gesprächen mit Denkmalpflegern und Umweltorganisationen verabschiedete man sich jedoch nach und nach, nicht zuletzt aus Kostengründen, von dem Ziel eines naturgetreuen Wiederaufbaus. Stattdessen erarbeitete man in Eigeninitiative einen Bauantrag für die Sanierung der sonst dem Verfall preisgegebenen Ruine.
Die erste Projektstufe sieht neben der baulichen Erhaltung und Restaurierung des Natursteinsockels auch den Einbau einer Spindeltreppe vor, über welche man eine neue Aussichtsplattform über der Ruine erreichen kann.

Zur Projektfinanzierung wurde über die Stadtverwaltung im Dezember 2019 mit Unterstützung der Lokalen Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau e.V. (LAG) ein LEADER-Antrag gestellt (Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale = Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirt- schaft). Über dieses Programm der Europäischen Union werden seit 1991 modellhaft innovative Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums gefördert. 114.836 Euro aus diesem Fördertopf (75% aus EU-, 25% aus Landesmitteln) kommen gemäß Zuwendungsbescheid vom 23. April 2020 zu den geplanten Ausgaben in Höhe von 149.244,64 Euro für die erste Baustufe. Zur Deckung der verbleibenden Mittel hat der rührige Förderverein in den letzten Jahren bereits stolze 34.000 Euro an Spendengeldern eingesammelt. Nach Stand September 2021 belaufen sich die geplanten Gesamtausgaben inzwischen auf 185.263,90 Euro.

Im Rahmen eines Besichtigungstermins am 9. Mai lobte Minister Reinhold Jost insbesondere dieses ehrenamtliche Engagement und betonte auch die Bedeutung solcher Projekte für Stadt und Region. Das Vorhaben sei mit einer historischen Geschichte verbunden, die nun weitererzählt werden könne und passe hervorragend in die Strategie der nachhaltigen Tourismus- und Wanderregion Biosphäre Bliesgau. 

Mit der Förderzusage und der Baugenehmigung begann schließlich auch die Ausschreibungsphase für den ersten Bauabschnitt. In einem weiteren Schritt will man später in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ruine einen zeitgemäßen Turm aus Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl, realisieren. Mehrere mit Treppen verbundene, blattförmige Zwischenstufen sollen dort auf eine höher gelegene Aussichtsplattform führen. Baupläne hat der Förderverein bereits vorgelegt. Aufgrund der damit verbundenen, auf eine runde Million Euro geschätzten Kosten noch ein langer Weg… (ub)



AUSWAHL VON PRESSE-ARTIKELN ZUM PROJEKT:

Ansprechpartner

  Lavall Martin
Rathaus II
Zimmer 217
Zweibrücker Straße 1
 (06842) 926-1339
 (06842) 926-2200
Die Ruine des Alexanderturms vor Projektbeginn Anfang 2020 (Foto: Uwe Brengel)
Rückansicht der Turmruine (Foto: Uwe Brengel)
Ruine nach Sanierungsbeginn (Foto: Gunter Schmidt)
 

Die Dorferneuerung dient im Rahmen der angestrebten ländlichen Entwicklung der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse auf dem Lande, insbesondere der agrarstrukturellen Verhältnisse und städtebaulich unbefriedigender Zustände. Durch die Dorferneuerung sollen die örtlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft verbessert, das Bewusstsein für die dörfliche Lebenskultur vertieft, die ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Potenziale der ländlichen Räume gestärkt, die Innenentwicklung der Dörfer gefördert sowie der eigenständige Charakter ländlicher Siedlungen und die Kulturlandschaft erhalten werden. Damit sollen die Dörfer auf künftige Erfordernisse vorbereitet werden.

Die Dorferneuerung setzt dabei auf die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger und die Stärkung der vorhandenen Potentiale. Das bürgerschaftliche Engagement, das Vereins- und Gemeindeleben, der soziale Zusammenhalt und die Dorfkultur werden als wesentliche Triebkräfte für eine eigenständige Entwicklung gefördert.

Die Maßnahmen der Dorferneuerung und Dorfentwicklung lassen sich nach öffentlichen und privaten Vorhaben unterscheiden. Im öffentlichen Bereich zielt die Förderung auf eine Verbesserung der Infrastrukturausstattung, der Lebensqualität sowie des Umweltzustandes ab.

Im privaten Bereich steht insbesondere der Erhalt ortsbildprägender Bausubstanz als Teil des ländlichen kulturellen Erbes im Fokus. Hier wird insbesondere die stilgerechte Restaurierung historischer Bauernhäuser gefördert.

Die eingesetzten Fördermittel stammen mindestens zur Hälfte von der Europäischen Union. Hinzu kommen Mittel aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK).

(Quelle www.saarland.de)

In der Zeit vom September 2018 bis Dezember 2018 wurde die marode Treppe einschließlich des Geländers abgebrochen. Danach wurde an gleicher Stelle eine neue Treppe eingebaut. Auf die neue Treppe wurde ein Handlauf eingebaut. Der unbefestigte Weg ab der Treppe zur Wolfgang-Herzog-Straße wurde mit Betonsteinen befestigt und am Rand mit Tiefbordsteinen eingefasst.

Im Febuar 2019 wurde eine Wegbeleuchtung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit errichtet.

Die Dorfgemeinschaft in Pinningen verfügt mit dem alten Schulhaus über ein Gebäude in dem alle Aktivitäten des Ortes stattfinden. Die Feuerwehr, der Landfrauenverein, der Theaterverein, die Turngruppe des DRK usw. konzentrieren sich auf einen Raum in diesem Dorfgemeinschaftshaus. Insbesondere die Feuerwehr nutzt die räumliche Nähe zu dem angegliederten Feuerwehrgerätehaus bei ihren Übungen und Treffen.

Zur Räumlichkeit gehört eine Küche, die in die Jahre gekommen war und dringend renoviert sowie mit neuen zweckmäßigen Küchenmöbeln ausgestattet werden musste. Die alte Küche hatte nach Jahrzehnten der Nutzung starke Abnutzungserscheinungen, war  teilweise beschädigt und wurde den Ansprüchen an eine zeitgemäße Veranstaltungsvorbereitung wie auch neuer Hygieneanforderungen nicht mehr gerecht.

Das 2017 aufgestellte Gemeindeentwicklungskonzept der Stadt Blieskastel empfiehlt, insbesondere bei erhaltenswerten Hallen die als Kommunikationspunkt im Ort regelmäßig genutzt werden, die Ertüchtigung unter Nutzung von Förderprogrammen.

Mithilfe der Fördergelder von Bund und Land im Rahmen der Dorferneuerung, konnte die Maßnahme zur Renovierung und Erneueurung der Küche in Pinningen abgeschlossen werden. Die Maßnahme lief in der Zeit von März 2020 bis September 2020. Insgesamt wurde die Renovierung überwiegend durch Eigenarbeitsleitungen der Dorfgemeinschaft gestemmt, die notwendigen Elektroarbeiten sowie die Kücheinrichtung wurde durch die beantragten Fördergelder zum großen Teil finanziert.

 

Die Natur leidet seit Jahren unter zahlreichen Einflüssen, verursacht durch Mensch und Klimawandel. Große Sorge bereiten den Verantwortlichen nicht zuletzt die unangenehm langen Hitzeperioden, unter denen viele Pflanzen und Bäume massiv leiden und dann für Störfaktoren wie Pilze und tierische Parasiten anfälliger werden. Bei der Wahl der richtigen Bäume bedarf es schon daher im Vorfeld einer guten Überlegung. Kurz vor Ende des vergangenen Jahres hat die Blieskasteler Stadtverwaltung mit Unterstützung einer Fremdfirma für zahlreiche Neupflanzungen im gesamten Stadtgebiet gesorgt. Insgesamt 72 neue Bäume wurden platziert, darunter mehrere 15 bis 18 Jahre alte Platanen, allein drei auf dem Paradeplatz.

Die Anschaffungs- und Arbeitskosten in Höhe von rund 40.000 Euro für alle 38 Bäume, die entlang von Straßen einen schönen Platz erhielten, konnten dabei erfreulicherweise über Förderprogramme fast vollständig finanziert werden. Das Basisprogramm „Öffentliche Dorferneuerung“ beim Ministerium für Umwelt- & Verbraucherschutz, in Verbindung mit „SOLE“ (Sonderförderprogramm ländliche Entwicklung) zur Aufstockung und die finanzielle Unterstützung durch die EU, sorgte für eine 90%ige Kostendeckung . Zwölf der Bäume, es handelt sich hierbei um Blumeneschen, sind neben der Florianstraße, unweit der Einkaufsmeile in Nähe des Lautzkircher Bahnhofs zu finden. In der Niederwürzbacher Marxstraße haben acht Felsenbirnen ihren Platz gefunden, weitere beispielsweise am Würzbacher Weiher. In den ersten beiden Jahren werden alle Bäume noch von der ausführenden Fachfirma gepflegt und mit Wasser versorgt.

Ansprechpartner

  Ternes Andreas
Rathaus II
Zimmer 220
Zweibrücker Straße 1
 (06842) 926-1306
 (06842) 926-2200

 

Wie im Gemeindeentwicklungskonzept der Stadt Blieskastel als Handlungsansatz im Bereich der Strategie Tourismus beschrieben, ist geplant, die öffentliche Toilettenanlage am Würzbacher Weiher zu einer behindertengerechten Toilette mit Wickelraum umzubauen.

Das Gebäude bleibt in seiner Kubatur erhalten. Im Bereich des bestehenden Herren-WCs wird ein Teilbereich abgetrennt und zu einer separaten behindertengerechten Toilette umgebaut. Diese behindertengerechte Toilette erhält einen eigenen straßenseitigen Zugang. Im Bereich des bestehenden Damen-WCs werden eine Dusche und ein Wickelraum errichtet, die ebenfalls über einen eigenen Eingang erschlossen sind.

Für die Sanierung und Umgestaltung der Toilettenanlage sind hauptsächlich Abbruch- und Maurerarbeiten sowie Sanitärinstallationen erforderlich. Ferner werden, für die neu zu schaffenden Durchgänge, Arbeiten an Innen- und Außentüren durchgeführt.

Gleich mehrere Brücken sorgen für kurze Verbindungswege zwischen den beiden Teilen rechts und links des Würzbaches. Eine davon, unweit von Kindergarten, Spielplatz und Grundschule gelegen, ist bereits seit einiger Zeit nicht mehr ohne Einschränkungen begehbar. Die inzwischen mehr als 30 Jahre alte Holzkonstruktion wurde zwar zur Umgehung einer dauerhaften Sperrung mehrfach notdürftig repariert, doch ein adäquater und nachhaltig begehbarer Ersatz stand bereits seit längerem auf der Planungsliste der Stadtverwaltung.

Nach Beantragung und Gewährung entsprechender Fördermittel gelangt dieses Projekt nunmehr im September 2021 in die Umsetzungsphase. Das marode Holzbauwerk wird abgerissen und durch eine langlebigere Aluminiumkonstruktion ersetzt.

Zur Erneuerung erhält die Stadt Blieskastel zwei Zuwendungen. Zum einen kommen aus ELER-Fördermitteln 99.484 Euro zur Deckung von 55% der Gesamtkosten. Des Weiteren steuert das Innenministerium eine Bedarfszuweisung in Höhe von 63.308,- Euro bei.

Die Durchführung der Maßnahme ist im Zeitraum vom 23.09. bis voraussichtlich 30.09.2021 vorgesehen.

(ub, 07.09.2021)


INFO ELER: Bei ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) zielt die Förderung im öffentlichen Bereich auf eine Verbesserung der Infrastrukturausstattung, der Lebensqualität sowie des Umweltzustandes ab. Grundlage für investive Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung ist der Dorfentwicklungsplan. Diese Planung umfasst eine Stärken-Schwächen-Analyse, die Definition eines dorfspezifischen Leitbildes und Aufstellung des Maßnahmenprogrammes zur zielgerichteten Weiterentwicklung des Dorfes. Die Förderung beträgt im Regelfall 55% der zuwendungsfähigen Ausgaben, kann aber auf 65 bzw. sogar 75% erhöht werden. Die eingesetzten Fördermittel stammen mindestens zur Hälfte von der Europäischen Union. Hinzu kommen Mittel aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes".

Ansprechpartner

  Linz Alexander
Rathaus II
Zimmer 218
Zweibrücker Str. 1
 (06842) 926-1208

Weitere Informationen finden Sie u.a. auf den folgenden Seiten:

Europäische ELER-Kommission

ELER im Saarland