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30 Jahre Städtepartnerschaft und Freundschaft

Ein stilles Jubiläum, kaum bemerkt, aber doch von großer Bedeutung: Die Städtepartnerschaft zwischen Blieskastel und Le Creusot (Burgund).

Von rechts: Die Bürgermeister Bernd Hertzler (Blieskastel) und David Marti (Le Creusot), Christine Hertzler-Zimmer.

Auch der Austausch auf kultureller Ebene wird seit vielen Jahren gepflegt. Fotos: Marco Nehlig

Auf Einladung von Le Creusot reiste  eine Blieskasteler Delegation, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, Vereinen und Bürgern, zum 30-jährigen Jubiläum vom 10. bis zum 13. Oktober in die französische Partnerstadt. Darunter war neben der kürzlich verabschiedeten Verwaltungschefin Annelie Faber-Wegener auch ihr Nachfolger Bernd Hertzler, ebenso wie der frühere Bürgermeister Dr. Werner Moschel. Dieser war es auch gewesen, der sich 1988 auf Vermittlung des damaligen Landtagsabgeordneten Kurt Harz mit einer kleinen Delegation auf den Weg nach Le Creusot gemacht hatte, um mit dessen Bürgermeister Camille Dufour Gespräche hinsichtlich einer Städtepartnerschaft aufzunehmen. Schon damals waren die ersten Kontakte parteiübergreifend. Nach einem Gegenbesuch im November 1988 dauerte es nicht mehr lange, bis beide Stadträte den einstimmigen Beschluss fassten, eine offizielle Städtepartnerschaft miteinander abzuschließen. Am 1. April 1989 wurde in Le Creusot die erste Urkunde unterzeichnet, am 20. Mai folgte dann in Blieskastel die zweite.

Anlässlich dieser nunmehr bereits über drei Jahrzehnte bestehenden Freundschaft hatte man für die Besucher aus Deutschland ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Der Empfang war herzlich, die Atmosphäre geprägt von der französischen Gastlichkeit. Donnerstagabends erwartete die Blieskasteler Delegation nach dem offiziellen Empfang und Ehrenwein im Speisesaal des Schlosses La Verrerie nebst Aperitif mit Buffet im Industriepavillon ein Konzert des CUCM-Orchesters im kleinen Theater des Schlosses. Tags darauf stand ein Treffen im Rathaus an, gefolgt von diversen Betriebsbesichtigungen. Nach der Mittagspause und etwas Zeit für eigene Aktivitäten ging es weiter zu einer Plakatausstellung und Vorführung eines Filmes über Burgund. Weitere Ziele waren unter anderem ein Weinkeller bei einem Winzer in Couches sowie eine Fotoausstellung in L’Arche, ehe der Freitagabend bei einem Aperitif mit Buffet in L’Arche und Musik der „Creusot-Harmonie“ allmählich ausklang. Am darauffolgenden Samstag trafen sich die Feuerwehrkameraden beider Städte vormittags zu einer gemeinsamen Übung, darüber hinaus standen Besichtigungen des Feuerwehrgebäudes in Torcy sowie eine Aktion mit dem Sportverein oder wahlweise ein Spaziergang in einem bekannten Naturschutzgebiet auf dem Programmplan. Nachmittags pflanzten die beiden Verwaltungschefs aus Le Creusot und Blieskastel im Park des Schlosses gemeinsam eine Rot-Eiche.

Die involvierten Vereine beider Städte hatten reichlich Zeit für Austausch untereinander. Mit rund 30 Teilnehmern bildete der Von-der-Leyen-Chor die größte Gruppe der aus Blieskastel Angereisten. Darüber hinaus waren auch Verteter/innen von Vereinen wie AFW Niederwürzbach, Schützenverein und Kulturstammtisch mit von der Partie. Am Abend startete die offizielle Delegation aus Blieskastel zur Vernissage einer Ausstellung in L’Arc.
Mit Ehrenwein bei Musik und einem Abendessen in Alto endete der letzte gemeinsame Abend in Le Creusot, am folgenden Sonntagmorgen trat die deutsche Delegation ihre Heimfahrt an.

Der frischgebackene Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler betonte in seiner Samstagsansprache an die französischen Freunde, dass es ein wundervoller Augenblick und zugleich eine Ehre sei, hier zu sein und eine Freundschaft fortzusetzen, die nun schon so langen Bestand habe. Des Weiteren sprach er seine Anerkennung aus für alle Akteure, die im Laufe dieser drei Jahrzehnte Städtepartnerschaft unermüdlich und mit großer Begeisterung dafür sorgten, dass die Beziehungen untereinander nie zum Erliegen kamen. „Blieskastel und Le Creusot werden gemeinsam und in Freundschaft weiter daran arbeiten, ihre Partnerschaft im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger zu leben“, so Hertzler.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde in unterschiedlichsten Bereichen ein freundschaftlicher Austausch gepflegt, sei es unter Schülern und Jugend, Künstlern, unterschiedlichsten Vereinen, Privatpersonen oder auf Verwaltungsebene. Nicht zuletzt die beiden Feuerwehren und ihre freundschaftlichen Kontakte, sogar unter den Familien auf beiden Seiten, bilden inzwischen eine wichtige Säule dieser wundervollen Städtepartnerschaft.

In der gemeinsamen Partnerschaftsbeurkundung zwischen Blieskastel und Le Creusot wurde unter anderem festgehalten, alle daraus entstehenden Kontakte zu fördern und einen Beitrag zur Freundschaft der Völker, zum Zusammenwachsen von Europa und zum Frieden in der Welt zu leisten. Ein Anliegen, das in diesen Tagen wieder aktueller denn je geworden scheint. In Zeiten des Brexits und dem Erstarken von rechten Gruppierungen ist es umso wichtiger geworden, in Europa gemeinsam Wege zu bestreiten, Projekte auf den Weg zu bringen und eine grenzüberschreitende Freundschaft zu leben und zu zeigen. Die deutsch-französische Freundschaft ist nicht nur eine wundervolle Gelegenheit des Austauschs untereinander, sie ist für uns alle zugleich ein Garant der Stabilität und des Friedens. Das ist für zwei Nachbarländer auch etwas Besonderes, ein Geschenk, das nicht alle Länder teilen. (ub)