Drei Zuschüsse für die Stadt Blieskastel

Gleich drei Zuwendungsbescheide in Folge erhielt die Stadt Blieskastel am 25. Oktober, überreicht durch Sebastian Thul, Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Gelder gehen nach Lautzkirchen, in den Stadtwald sowie nach Pinningen.

Die Beigeordnete der Stadt Blieskastel, Lisa Becker, Schulleiterin Iris Düpre und Staatssekretär Sebastian Thul im Schulgarten der Kirchbergschule.

Dr. Helmut Wolf, Bürgermeister Bernd Hertzler, Staatssekretär Sebastian Thul und Ortsvorsteherin Petra Linz vor der aktuell nur bedingt nutzbaren Brücke am Würzbacher Weiher. Der Verwaltungschef hat bereits erste Schritte in die Wege geleitet, um eine vollständige Brückensanierung in Auftrag geben zu können.

Ortsvorsteher Klaus Rauls (Bildmitte) nahm gemeinsam mit den Ortsvorstehern aus Altheim und Böckweiler sowie Vertreterinnen des Landfrauenvereins und der Feuerwehr vor dem Pinninger Dorfgemeinschaftshaus den Zuwendungsbescheid entgegen. Alle Fotos: Uwe Brengel

Die erste Scheckübergabe führte am Vormittag in die Grundschule Kirchberg-Schlossberg sowie auf das Gelände, das sich an die Brunnenstraße anschließt. Dort hat der Obst- und Gartenbauverein der Kirchbergschule vor einiger Zeit ein Grundstück zur Verfügung gestellt, in dem die Lehrer mit den Kindern einen Schulgarten angelegt haben und nun sukzessive erweitern wollen. 6.665,60 Euro stellte das Amt für Umwelt und Verbraucherschutz dafür zur Verfügung.

Der Garten ist nur wenige Fußminuten von der Schule entfernt. Neben Äpfeln, die im laufenden Jahr zu rund 90 Liter Saft verarbeitet werden konnten, werden hier beispielsweise Kräuter geerntet. Wie Schulleiterin Iris Düpre bei der Entgegennahme des Schecks dankend erwähnte, profitiert das Gartenprojekt von einigen fleißigen Helfern aus Lautzkirchen, die beispielsweise Mäharbeiten übernehmen und bei besonderen Aktionen immer gerne zur Verfügung stehen. Die Kinder seien fasziniert von der abwechslungsreichen, praktischen Arbeit mit Pflanzen und vom Beobachten der Tiere. Mit dem Zuschuss des Ministeriums sollen nun u.a. Holzbänke für ein „Klassenzimmer im Freien“ sowie eine Ökologische Toilette und Gartengeräte angeschafft werden. Des Weiteren befinden sich ein Barfußpfad sowie Klettergeräte auf der Planungsliste, so die Schulleiterin. Im kommenden Jahr sind vor Ort Projekttage geplant, jeweils Freitagnachmittags nach der 5. Unterrichtsstunde. Auch Eltern sind herzlich willkommen.

Die darauffolgende Mittelvergabe führte den Staatssekretär im Anschluss von Lautzkirchen nach Niederwürzbach. Den Würzbacher Weiher hatte man als Übergabeort für die zweite Zuwendungsübergabe in Höhe von 25.000 Euro auserkoren. Diese sollen der dringend erforderlichen Bekämpfung von Schadorganismen in diversen Fichtenbeständen im Blieskasteler Stadtwald zugutekommen. Die Fichte ist die Baumart mit dem höchsten Waldschutzrisiko in Mitteleuropa, sie leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. Wassermangel und lange Hitzeperioden begünstigen den Umstand, dass ihr zahlreiche Pilze und Insekten an Holzsubstanz und Rinde, Trieben, Nadeln sowie Wurzeln zusetzen und kontinuierlich ihre Bestände reduzieren.
Der massive Befall durch Borkenkäfer führte auch in Blieskastel zu großen Schäden. Im hiesigen Stadtwald bildet die Fichte zwar nur rund 15 Prozent des gesamten Baumbestandes, doch gerade diese sehr gefragte Holzart macht üblicher Weise rund ein Drittel der Einnahmen aus. Aufgrund des massiven Schädlingsbefalls in letzter Zeit ist hier ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Dr. Helmut Wolf, Leiter des städtischen Forstamtes, sprach im Hinblick auf die durch den Borkenkäfer als Verursacher aktuell festzustellenden Schäden von einem Ausmaß, wie er es bislang noch nicht erlebt habe. Kernaufgabe in den nächsten Monaten wird nun sein, die befallenen bzw. bereits abgestorbenen Fichten aufzuarbeiten, gegebenenfalls zu beseitigen und entstehende Lücken wieder zu schließen. Dies will man insbesondere durch Aufforstungen mit Neuanschaffungen wie Buche, Bergahorn, Eichen und Waldtannen erreichen.

Weitere 16.678,33 Euro gab es schließlich im Rahmen des Programms „Nachhaltige Dorfentwicklung Saarland“ zur Renovierung und Ausstattung der Küche im Dorfgemeinschaftshaus Pinningen. Die Dorfgemeinschaft verfüge mit dem alten Schulhaus über einen Raum in dem alle Aktivitäten des Ortes stattfinden, so Ortsvorsteher Klaus Rauls im Rahmen des dritten und letzten Ortstermins. Neben Familienfeiern, Vorträgen, Proben, Dorffesten und Wahlveranstaltungen konzentrieren sich alle Aktivitäten der Feuerwehr, des Landfrauenvereins, Theatervereins sowie DRK-Turngruppe auf diese Multifunktionsräumlichkeiten. Der zugehörige Küchenraum mit seiner Einrichtung weise jedoch nach Jahrzehnten inzwischen starke Abnutzungserscheinungen auf. Der Renovierung sowie Ausstattung mit neuen Küchenmöbeln kommt hier der Zuwendungsbescheid zugute. Unter dem Gesichtspunkt einer möglichst langfristigen und nachhaltigen Nutzungsdauer wurde die Anschaffung einer Edelstahlausrüstung für sinnvoll erachtet. Von den kalkulierten zuwendungsfähigen Gesamtkosten in Höhe von 25.658,97 Euro teilen sich Bund (10.007 €) und Land (6 671,33 €) den maximal möglichen Zuwendungsbetrag (65% der Gesamtkosten). Um den notwendigen kommunalen Eigenanteil der Stadt Blieskastel aufbringen zu können, sollen die dem Ort zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 11.100,- Euro aus dem investiven  Ortsratstitel gänzlich eingebracht werden, so Klaus Rauls. Darüber hinaus kalkuliere der Ortsrat rund 500 Stunden an Eigenleistungen für die Renovierungsarbeiten, die man über den Winter in eigener Regie leisten will. (ub)