Essbare Stadt / Biosphären- & Bürgergarten

Stadt Blieskastel setzt erfolgreiche Kooperation mit Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH in Burbach (ZBB) und Jobcenter Saarpfalz-Kreis fort...

Zusammentreffen im Dezember anlässlich der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung. Von links: Susann Gregor (ZBB-Standortleiterin Blieskastel), Detlef Wittmann (pädagogischer Leiter und Prokurist), Dietmar Schönberger (Leiter des Jobcenters Saarpfalz-Kreis), Hans Martin Derow (ZBB, Leiter Abteilung „Arbeit und Lernen“), Bürgermeister Bernd Hertzler, der Zweite Beigeordnete Guido Freidinger, Gärtnermeister Andreas Ternes sowie Stefan Niederländer, stellv. Fachbereichsleiter Abt. „Umwelt, Planen, Bauen“. Foto: Uwe Brengel

Der Bürgergarten (unser Schnappschuss entstand am 2. Februar 2021) freut sich auf die bald beginnen ersten Arbeiten für die neue Pflanzsaison. Foto: Uwe Brengel

Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung bis Ende März 2024 wurde bereits im Dezember unterschrieben.

Das ZBB führt aktuell insgesamt 3 Maßnahmen für das Jobcenter Saarpfalz-Kreis in Blieskastel durch: Zum einen zwei sogenannte Arbeitsangelegenheiten, die „Werkstatt Saar-Pfalz-Kreis“ nach § 16d SGB II (der so genannte „Ein-Euro-Job“) für Erwachsene mit 15 Plätzen. Des Weiteren die „Jugendwerkstatt Saar-Pfalz-Kreis“ mit einer auf 10 Plätze festgelegten Kapazität. (nach § 16d SGB II) („Ein-Euro-Job“ mit integrierter Qualifizierung für Jugendliche). Bei der dritten Maßnahme steht der Biosphären- und Bürgergarten Blieskastel („Essbare Stadt“) im Mittelpunkt, das Projekt nach § 16i SGB II beinhaltet eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für 12 Erwachsene. Die Finanzierung der Projekte erfolgt über das Jobcenter Saarpfalz-Kreis, die Stadt Blieskastel, den Saarpfalz-Kreis sowie über Mittel des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Insgesamt sind damit 37 Personen (Jugendliche und Erwachsene) in Blieskastel eingesetzt, die ausschließlich zusätzliche Arbeiten zum Nutzen der Allgemeinheit ausführen. Dabei werden ansonsten nicht ausführbare Arbeiten außerhalb von Pflichtaufgaben übernommen, die nicht zwingend erforderlich sind, aber die Lebensqualität erhöhen und die soziale Infrastruktur verbessern. Ausgeführt werden konkret Arbeiten in den Bereichen „Kooperation mit der Stadt Blieskastel“ (Neubau- und Verschönerungsarbeiten im Stadtgebiet und den angeschlossenen Ortschaften) sowie „Bürgergarten und gärtnerische Arbeiten in der Stadt Blieskastel“ nach dem Konzept der „essbaren Stadt“. Die Neubau- und Verschönerungsarbeiten werden ausgeführt zur Verschönerung von Ortseingängen, zur Aufwertung von Spiel- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, zur Aufwertung von Ortsbildern in der Kernstadt Blieskastel und den angeschlossenen Ortschaften, für den lokalen Tourismus und die Naherholung sowie zum Erhalt des regionalen Kulturerbes und der regionalen Kulturlandschaft.

Ziel des Bürgergartens und der gärtnerischen Arbeiten nach dem Konzept der  „essbaren Stadt“ ist es, durch innovative und nachhaltige Konzepte zum Einen das Bild der Stadt Blieskastel in der Innenstadt und den Stadtteilen optisch und gestalterisch aufzuwerten und gleichzeitig das Interesse der Bürgerschaft und der Besucher Blieskastels, aber auch der Projektteilnehmenden selbst, für gesunde Ernährung und  gärtnerische Aktivitäten im eigenen unmittelbaren Wohn- und Lebensbereich zu wecken und zu fördern. So wird für die Stadt Blieskastel eine neue (Lebens- und Wohn-) Qualität unter Maßgabe von Biodiversität und Nachhaltigkeit im urbanen Lebensraum geschaffen und die Beziehung zwischen Stadt und ländlichem Umfeld neu definiert.

Tätigkeitsbereiche, die sich gegenseitig ergänzen und zusammen einen thematischen Gesamtrahmen bieten, sind dabei der Bürgergarten (zu Aufzucht, Anbau und Ernte von Pflanzen, Nutzpflanzen, Obst und Gemüse), die Abgabe der geernteten oder hergestellten Produkte an „bedürftige“ Personengruppen (z. B. Bezieher/innen von ALG II oder Sozialhilfe, Flüchtlinge) sowie die Gestaltung der kommunalen Grünflächen mit Stauden-Gehölzmischpflanzungen, Obstgehölzen, Kräutern, Gemüsepflanzen, Insekten- Nährsaaten, die einen jahreszeitlichen Bezug haben.

Die fachpraktischen Tätigkeiten der Jugend- und Erwachsenenwerkstatt Blieskastel in Trägerschaft der „Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH“ sind den Themenfeldern „kommunales und regionales Natur- & Kulturerbe der Stadt Blieskastel und der Biosphärenregion Bliesgau“, „die essbare Stadt“, Arbeiten in- und an Lehr- und Lernorten, sowie Bildungseinrichtungen und „Förderung des regionalen Naherholungstourismus“ zuzuordnen und dienen einer fachlich fundierten und harmonischen Verbindung der kommunalen Ebene der Stadt Blieskastel und der regionalen Ebene der Biosphärenregion in Kooperation mit dem Saarpfalzkreis.

Eine weitere inhaltliche Ergänzung auf die interregionale Ebene der Großregion im Sinne einer fachlichen Anbindung ergibt sich aus der strategischen Partnerschaft der Stadt Blieskastel mit dem INTERREG-V A Projekt ‚KreaVert‘.

Die in diesen Themenfeldern verorteten praktischen Arbeiten sind: Gestaltung und Aufwertung des urbanen Raumes der Stadt Blieskastel unter Maßgabe der Nachhaltigkeit, Biodiversität und optischen Attraktivität, Schaffung von Angeboten in alternativen Lernorten für Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen bezüglich Umweltpädagogik und gesunder Ernährung, zusätzliche und gemeinnützige Arbeiten im Rahmen der Konzepte „Jakobspilgerweg Saarpfalz“ und „Lebensadern Wege“ in Trägerschaft des Saarpfalzkreises, Bau und Montage von Verweilmobiliar im Wanderwegenetz von Blieskastel und Saarpfalzkreis, Bau von hölzernen Lern-, Nutzungs- und Gestaltungselementen in öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Freiraum.