Expertengruppe zur wirksamen und nachhaltigen Energie-Einsparung berufen

Auf der Agenda der Arbeitsgruppe stehen dabei nicht nur Energie und CO2 sparende Wärmeverbund-Systeme...

Die Expertenrunde Energieversorgung während ihrer 2. Sitzung Ende Juni im Rathaus 2. (Foto: Hans-Henning Krämer)

Bereits im Mai dieses Jahres hat Bürgermeister Bernd Hertzler im Nachgang zu den Ergebnissen des Runden Tisches Klimaschutz eine Expertenrunde einberufen, die Strategien und Maßnahmen entwickeln soll, um wirksam und nachhaltig Energie, insbesondere Gas und Öl einzusparen, die Energieerzeugung aus erneuerbaren Rohstoffen und die öffentliche Infrastruktur zur Stromnutzung und -versorgung zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Arbeitsgruppe gehören neben dem Bürgermeister und dem für die städtischen Hallen, Kindergärten und Grundschulen zuständigen zweiten Beigeordneten Guido Freidinger, dem Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planung und Bauen, Stefan Niederländer und der Leiterin der Planungsabteilung Susanne Wagner-Klein auch der Klimaschutzbeauftragte der Biosphäre Dr. Hans-Henning Krämer, als Vertreter der Pfalzwerke, Herr Schädler und Jürgen Bach als Vertreter der Biosphären-Stadtwerke an. Als weiterer Experte gehört der Gruppe auch der Energiebeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde, Dr. Klaus Reifarth an, der maßgeblich das hocheffiziente und mustergültige Wärmeverbund-Projekt in Breitfurt konzipiert hatte.


Alle Möglichkeiten prüfen!

Auf der Agenda der Arbeitsgruppe stehen aber nicht nur Energie und CO2 sparende Wärmeverbund-Systeme (Fernwärme und Nahwärmeverbund), sondern auch Themen wie die Weiterentwicklung der gewerblichen und privaten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Bürgerbeteiligungsmodelle, die Begleitung des bereits Anfang des Jahres auf Antrag von SPD und Grünen für eine Bundesförderung beantragten „Vorreiterkonzeptes Klimaschutz in Blieskastel“. Dabei geht es auch um die Konzipierung einer Beratungsstelle für Bürger und Gewerbe zur effizienten Energie- und Wärmeerzeugung (ohne Öl und Gas), um Kooperationen mit dem Handwerk, dem örtlichen Gewerbe und den Landwirten, den Ausbau von Stromladesäulen zur Verbesserung der Elektro-Mobilität und die Möglichkeiten zur Verwirklichung einer „heizölfreien Biosphäre“. Aus der Fülle der Themen kristallisierte sich zunächst eine Arbeitsgruppe heraus, die unter der Leitung des Biosphären-Klimaschutz-Beauftragten gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern modellhaft eine moderne energieeffiziente Wärmeversorgung für ein ganzes Stadtviertel oder ein Quartier entwickeln will. Dazu sollen schon bald konkrete Vorschläge zur Diskussion vorgelegt werden.


Task Force Energiesparen jetzt!

Eine zweite Arbeitsgruppe hat vor dem Hintergrund der aktuellen, durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine aufgetretenen Verknappung von Gas und den daraus resultierenden dramatischen Preissteigerungen, bereits damit begonnen, konkrete Maßnahmen zur Einsparung und gegebenenfalls auch Rationierung von Energie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens vorzubereiten. Diese „Task Force Energiesparen jetzt!“ untersucht die Wärme- und Energieverbräuche in allen städtischen Gebäuden und Einrichtungen und wird auf der Grundlage der so ermittelten Daten praktische Vorschläge zur Vermeidung von leider immer noch vorhandener Energievergeudung, aber auch zur Verringerung des notwendigen Energieeinsatzes machen. Bürgermeister Bernd Hertzler, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Freizeitzentrum GmbH teilte überdies mit, dass durch Abschaltung der Beheizung des Wassers im Freibad, die Absenkung der Temperatur im Hallenbad bereits erste Einsparmaßnahmen umgesetzt und weitere im Rahmen einer Aufsichtsratssitzungim August beschlossen werden sollen.


Nutzungseinschränkungen minimieren und soziale Folgen berücksichtigen

Dabei soll es auch darum gehen, die unweigerlich mit z.B einer Absenkung oder Abschaltung von Warmwassererzeugung oder der Absenkung der Raumtemperatur z.B. in städtischen Hallen und Dorfgemeinschaftshäusern einhergehenden Nutzungseinschränkungen zu minimieren. Insgesamt ist es Aufgabe dieser Arbeitsgruppe einen möglichst sofort umsetzbaren „Energiesparplan“ für städtische Einrichtungen vorzulegen. Dies kann u.U. auch die zumindest vorübergehende Schließung von energieeffizienten und zugleich weniger genutzten Hallen bedeuten.

„Um sich bei den konkret zu treffenden Maßnahmen auch mit den Nachbarkommunen abzustimmen, gibt es schon jetzt einen engen Austausch mit dem Landkreis und dem saarländischen Städte- und Gemeindetag“, so Bürgermeister Bernd Hertzler.

Zwar ist zu berücksichtigen, dass es für viele der zu treffenden Maßnahmen einer entsprechenden Bundes- und/oder Landesgesetzgebung bedarf.

„Wir wollen aber dann, wenn diese Regelungen getroffen werden in der Lage sein, nicht planlos sondern zielstrebig, wirksam und nachhaltig Energie einzusparen um die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger möglichst gering zu halten und unvermeidbare Einschränkungen mit den Betroffenen abstimmen und insgesamt die Bürgerinnen und Bürger bei den zu treffenden Maßnahmen mitnehmen“, so der für die Hallen, Kindergärten und Grundschulen zuständige Beigeordnete Guido Freidinger in seiner Formulierung des Arbeitsauftrages an die „Task Force“.

„Dabei wird es aufgrund des bereits jetzt erkennbaren großen Sanierungsstau des letzten Jahrzehnts bei der städtischen Infrastruktur u.a. auch darum gehen, zwischen schnell wirksamen und wg. ihres Finanz- und Zeitbedarfs nur mittel- und langfristig umsetzbaren Maßnahmen zu unterscheiden - also Prioritäten zu setzen“, so der Beigeordnete abschließend in seiner Stellungnahme im Stadtrat.