Gelbes Band lädt ein zum Pflücken und Mitnehmen

Mit einem Blick auf heimische Streuobstwiesen und nicht benötigtes Obst beteiligt sich die Stadt Blieskastel an der „Aktion Gelbes Band“ des Umweltministeriums.

Saarlandweiter Startschuss in Blieskastel: Auf eine reichliche Menge an Äpfeln stießen Umweltminister Reinhold Jost (rechts) und Bürgermeister Bernd Hertzler beim Anbringen des ersten gelben Bandes auf städtischem Grundbesitz in unmittelbarer Nähe der Webenheimer Windräder. Foto: Uwe Brengel

Meim Umweltministerium erhalten die Teilnehmer kostenfrei gelbe Bänder, laminierte A3-Hinweisschilder zur Anbringung vor Ort sowie die Infobroschüre "60 heimische Obstsorten im Überblick". Foto: Uwe Brengel

Alljährlich stößt man vielerorts auf unzählige Mengen Obst, das am Wegesrand, auf Streuobstwiesen oder an Feldrainen langsam verrottet. Manch einem Spaziergänger tut es in der Seele weh, wenn er das sieht, aber einfach zugreifen wäre ja Diebstahl.

Um dieser Verschwendung von Ressourcen entgegenzuwirken und nicht benötigtes Obst einer sinnvollen Verwendung zuzuführen, wurde vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die „Aktion Gelbes Band“ ins Leben gerufen. Ob Kommunen, Landwirte, Grundbesitzer, Privatpersonen - alle können mitmachen und Bäume zum Abernten für die Allgemeinheit freigegeben, bevor die Früchte verderben. Die entsprechenden Objekte werden dabei einfach mit einem gelben Band markiert, das beim Ministerium kostenfrei erhältlich ist. Dazu gibt es laminierte Hinweisschilder und Infobroschüren.

Dieser bereits 2019 in Baden-Württemberg entwickelten Initiative schloss sich Anfang Oktober auch die „Essbare Stadt Blieskastel“ an, gemeinsam mit Gersheim und sieben weiteren Kommunen. Den saarlandweit ersten Baum versorgten Umweltminister Reinhold Jost und Bürgermeister Bernd Hertzler am 2. Oktober mit einem der gelben Bänder, weitere werden in Kürze entsprechend angebracht, u.a. an Bäumen seitlich eines Feldweges, der von Webenheim aus hoch zu den Windrädern führt.

Die Kennzeichnung signalisiert Spaziergängern und Passanten, dass sie hier ungeniert und nach Herzenslust zugreifen dürfen. Bürgermeister Bernd Hertzler: „Es wäre begrüßenswert, wenn sich möglichst viele Blieskasteler Obstbaumbesitzer dem Beispiel anschließen und Bäume entsprechend freigeben. Auch unsere schöne Biosphärenregion bietet stellenweise einen Überfluss an leckerem Obst wie Äpfeln und Birnen, das oftmals nicht abgeerntet werden kann und schließlich am Boden verfault“. Umweltminister Reinhold Jost hofft, dass sich das Projekt im kommenden Jahr flächendeckend umsetzen lässt.

Wer Obst aberntet, der sollte allerdings darauf achten vor Ort sorgsam mit den Ressourcen umzugehen und keine Bäume zu beschädigen. Äste abbrechen oder Ähnliches ist natürlich tabu. Letztendlich sollen die Bäume gesund bleiben, damit sie ihre wichtige Funktion für Natur, Ökologie und Tierwelt weiterhin vollständig erfüllen können und auch im kommenden Jahr wieder reichlich Früchte tragen.

(ub)