Hochwasserschutz und Begrünung im Einklang

Die Erste Beigeordnete über Planungen zur Ermittlung von Begrünungs-Alternativen am Hochwasserschutz entlang der Florianstraße...

Der mit Schotter versehene Hochwasserschutz am Freizeitweg entlang der neuen Straße scheint nicht jedermanns Sache. Die Fläche im Vordergrund, unweit des neuen Verkehrskreisels, sollte indessen bis spätestens 25. Oktober begrünt sein. Foto: Uwe Brengel

Die Stadtverwaltung will Alternativen zur Begrünung des Schotter-Walles prüfen lassen, der im Rahmen der Baumaßnahme „Umgehung Altstadt-Ost“ zur Optimierung des Hochwasserschutzes entstanden ist.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit Hochwasser hat die Stadt Blieskastel bereits einige unangenehme Erfahrungen machen dürfen. Nicht zuletzt resultierte daraus ein Hochwassermaßnahme-Katalog bzw. der erst kürzlich überarbeitete „Gefahrenabwehrplan für Hochwasser- und Starkregenereignisse“.

Eine Maßnahme und Reaktion auf die Überschwemmungen in den 90er Jahren war der Hochwasserschutzdamm auf der ehemaligen Bahntrasse. Mit Bau des Freizeitweges bot sich dort damals die Möglichkeit, diesen in entsprechender Höhe und somit als Wassersperre zu errichten. Im Rahmen der aktuell laufenden Gemeinschafts-Baumaßnahme mit dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) an der L113 wurde der Hochwasserschutz für die Altstadt nun nochmals optimiert. Die Mischung aus Asphalt und Schotter im Bereich der neuen Straße ist dabei nicht jedermanns Sache, insbesondere auf die mit Schotter gestaltete Böschung zwischen Fahrbahn und Freizeitweg haben mich inzwischen bereits mehrere Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Diese wird zurecht als nicht zeitgemäß angesehen. Geschotterte und asphaltierte Flächen ohne jegliche Begrünung sind weder zuträglich für das Stadtklima, noch für die Biodiversität. Und nicht zuletzt geht auch eine erhöhte Unfallgefahr von den groben Schottersteinen bei einem Sturz vom Fahrrad aus.

Nach Aussage des LfS resultiert die Schotter-Lösung, ein sogenannter Auflastfilter, aus umfangreichen Untersuchungen. Er besteht aus mehreren Lagen Schotter in unterschiedlicher Dicke. Das Material bewirkt durch seine Entwässerungswirkung, seine Auflast und die Querschnittsverbreiterung eine Stabilisierung des Damms. Dabei muss sowohl eine mechanische (Verhinderung von Bodenmaterialtransport) als auch eine hydraulische (ausreichende Durchlässigkeit) Wirksamkeit gegenüber dem umgebenden Erdmaterial erfüllt werden, so der LfS.

Auch seitens der Stadtverwaltung besteht natürlich das Interesse, hier eine optisch ansehnlichere Lösung zu finden. Ich habe daher bereits mehrfach Gespräche mit dem zuständigen Fachbereich geführt, dieser wiederum hat Gespräche mit dem LfS geführt. Im nächsten Schritt wird nach Abschluss der Baumaßnahme gemeinsam mit dem LfS und den involvierten Unternehmen ein Ortstermin stattfinden. Das Ingenieurbüro, das die wassertechnischen Berechnungen für den Damm ermittelt hat, soll dann nach aktueller Sachlage eine Neuberechnung durchführen. Je nach den daraus resultierenden Erkenntnissen werden wir anschließend mit dem LfS mögliche Begrünungs-Alternativen eruieren und prüfen. Denkbar wäre vielleicht eine weitere Bodendeckschicht mit spezieller Bepflanzung, die auf die Schutzwirkung des Dammes keinen Einfluss hat. Wir hoffen, dass wir hier eine zufriedenstellende Lösung finden können und halten Sie hierüber auf dem Laufenden.

Herzlichst

Ihre Lisa Becker
Erste Beigeordnete der Stadt Blieskastel