Stadtverwaltung startet Projekt zur Vorsorge bei kommenden Unwetter-Ereignissen

Umweltministerium übernimmt 90% der Kosten zur Erstellung eines Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzeptes.

Umweltminister Reinhold Jost (2. von links) überreichte dem Bürgermeister am 2. Oktober einen symbolischen Scheck über 147.498,12 Euro Zuschuss für das Abwasserwerk zur Erstellung eines Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzeptes. Foto: Uwe Brengel

Die Gallier sollen früher gefürchtet haben, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, die Blieskasteler hingegen fürchten da eher das Hochwasser. Nach dem Flutereignis im Jahr 1993 waren die Folgen katastrophal – Schäden in Millionenhöhe machten Infrastruktur, Geschäften der Innenstadt und vielen Privatpersonen lange zu schaffen. Im Rahmen der Zusammenkunft mit dem Umweltminister sprach auch der Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler dieses Ereignis an und betonte die Wichtigkeit von Vorsorgemaßnahmen. Viele Schutzmaßnahmen wurden bereits umgesetzt in den vergangenen Jahrzehnten, so Umweltminister Reinhold Jost ergänzend, in Blieskastel beispielsweise wurde der Bliestal-Freizeitweg auf der ehemaligen Bahntrasse als Hochwasserschutzdamm ausgebaut. Stadt, Land und der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) berücksichtigen die Thematik inzwischen entsprechend bei der Verkehrsinfrastruktur, schaffen städtebaulich für Veränderungen und sorgen für Rückhalteflächen. Die immer stärker werdenden Starkregenereignisse erfordern jedoch weiteren Handlungsbedarf. Insbesondere 2016 und 2018 war das Saarland von Unwettern mit teilweise extremen Überflutungen betroffen, sogar in einzelnen Stadtteilen in Höhenlage, weitab von der Blies, gab es Schäden. Die Situation überfordert häufig das Kanalnetz und aufgrund des Klimawandels dürfte zukünftig vermehrt mit solchen Ereignissen zu rechnen sein.

Die Stadt Blieskastel beabsichtigt daher, ein örtliches Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzept für alle Stadtteile zu erstellen. In einem ersten Schritt sollen zunächst im Rahmen von Workshops und öffentlichen Begehungen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Landnutzern und Gewerbetreibenden Grundlagenforschung rund um Hochwasser- und Starkregenereignisse betrieben, dabei alle möglichen Szenarien, Probleme und Gefahrenschwerpunkte berücksichtigt werden. Am Ende steht dann die Entwicklung des Gesamtkonzeptes, das konkrete machbare Lösungen und Maßnahmen für alle Stadtteile sowie eine qualitative Abschätzung von Kosten und Nutzen aufzeigt. Die geplanten Workshops erfordern aufgrund der aktuellen Lage und Hygienevorschriften eine besondere Vorbereitung, die Stadtverwaltung wird zu gegebener Zeit dazu entsprechend informieren bzw. einladen.

Die Maßnahme mit Gesamtkosten in Höhe von 163.887 Euro wird vom Ministerium für Umwelt und Wirtschaft mit 90 % gefördert, was einer Zuwendung von rund 147.500 Euro entspricht. Der Auftrag zur Durchführung der Studie wurde nach bereits erfolgter Ausschreibung inzwischen an ein Freiburger Ingenieurbüro vergeben. Minister Reinhold Jost betonte im Rathaus nicht zuletzt die Mitwirkung des Landes bei solchen Themen. Das aktuelle Vorgehen der Stadt, die Aufklärungsarbeit und den Wissenstransfer mit Bürgerinnen und Bürgern halte er für sinnvoll und sehr wichtig. Eine Aufgabe des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz sei es nicht zuletzt, gerade solche Projekte auch finanziell zu unterstützen. Stadt und Land seien hier vorbildlich Hand in Hand unterwegs im Einsatz für die Bevölkerung. (ub)