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Wahrlich ein Traum

Auch für Blumen- und Insektenfreunde lohnt sich jetzt ein Besuch im Biosphären- und Bürgergarten

Fotos: Uwe Brengel

Mehrfach war in den vergangenen Wochen in der Presse über die Insekten-Initiative der Stadtverwaltung zu lesen, eine Aktion zum Erhalt des Lebensraums für Insekten und derer Artenvielfalt. Jede Kommune ist in der Verantwortung, Lebensräume zu schützen, zu erhalten und neu zu schaffen. Gärtnermeister Andreas Ternes und sein Team haben bereits viele Stadtflächen insektenfreundlich gestaltet, nicht zuletzt gegenüber dem Busbahnhof nahe der Bliesgau-Festhalle, wo auf der brach liegenden Grünfläche bienenfreundliche Stauden und Gehölze angesiedelt wurden. Ein optisch besonders attraktives insektenfreundliches Terrain wurde in diesem Jahr auch im Biosphärengarten nahe des Klosters realisiert. Die exklusive einjährige Blumenmischung besteht aus mehr als 35 Arten und Sorten verschiedenster Gewächse, die während der gesamten Sommerzeit für eine wahrhaft wunderschöne Blütenpracht sorgen. Schlafmützchen, Hainblumen, Blauglöckchen, Seidenmohn, Schmuckkörbchen, Gold- und Klatschmohn, Färber-Mädchenauge, Adonisröschen, Duft-Reseden, Kornblumen, Bechermalve, Natternkopf, die Heilpflanze Borretsch… - um nur einige zu nennen. Ein wunderschöner Blickfang für den Menschen, ein unverzichtbarer Lebensraum und Nahrungsquelle für die Tierwelt. Der hohe Pollen- und Nektargehalt der Blumen garantiert langanhaltende Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insektenarten. 

Wer die bunte Pracht (s. a. Foto Titelseite) besichtigen möchte, der kann dies jederzeit tun, die Anlage ist durchgehend zugänglich.(ub)


Auf ein Wort:
Der Biosphären- und Bürgergarten ist ein fester Bestandteil der „Essbaren Stadt“. Das Besuchen und auch Ernten von Kräutern, Obst und Gemüse ist hier ausdrücklich erlaubt. Allerdings sollte das mit Fairplay und etwas Rücksichtnahme erfolgen, sodass auch nachfolgende Besucher noch etwas finden und ernten können. Leider stellt das Team vor Ort jedoch in letzter Zeit immer häufiger fest, dass nicht nur beetweise abgeerntet wird, sondern auch gleich ganze Reihen von Jungpflanzen samt Wurzelwerk entwendet werden. Dies ist nicht erlaubt. Die Stadtverwaltung bittet um verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen vor Ort. (ub)


INFO:
Das Insekten- und Bienensterben wird inzwischen weitläufig in Presse und Medien thematisiert. Ob schwindender Lebensraum, sinkende Pflanzenvielfalt, der Einsatz von Insektiziden, klimatische Veränderungen, die die Ausbreitung von Parasiten und Krankheitserregern begünstigen, oder auch das Zusammenwirken all dieser Faktoren - die näheren Ursachen für den Rückgang der Insekten werden heiß diskutiert. Tatsache ist, dass insbesondere die Populationen der fleißigen Pollensammlerinnen weltweit immer mehr abnehmen. Rund 50% der etwas über 550 bekannten Wildbienenarten in Deutschland sind Berichten zufolge bereits vom Aussterben bedroht und Imker beklagen vielerorts auch Rückgänge heimischer Arten. Da Bienen durch ihre Arbeit als Blütenbestäuber für das Ökosystem von entscheidender Bedeutung sind, können die Folgen für Natur wie Landwirtschaft fatal sein, wenn auch noch nicht genau absehbar. Wild- und Honigbienen sowie andere Insekten sorgen immerhin für die Bestäubung von rund 75% der europäischen Nutzpflanzen. Daher scheint mehr denn je Einsatz gefragt, von Politik, Naturschutzinstitutionen und anderen Einrichtungen wie auch durch private Initiativen. (ub)