Ehemaliges Förderzentrum wird Zuhause für ukrainische Geflüchtete

Caritasverband stellt Gebäude kostenlos zur Verfügung – Kommune sucht Wohnraum...

Symbolische Schlüsselübergabe von Barbara Peifer (rechts), der Bereichsleiterin des Caritas-Förderzentrums, an Simone Schneider, die für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständige Mitarbeiterin der Stadt. (Foto: Guido Freidinger)

Anlaufstellen bzw. Kontakte bei Flüchtlingsfragen

Das ehemalige Caritas-Förderzentrum Edith-Stein in der Pfarrer-Peter-Straße in Blieskastel-Lautzkirchen steht seit knapp drei Jahren leer. Nun wird es für die Dauer von sieben Monaten von der Kommune genutzt werden für die Unterbringung von überwiegend ukrainischen Geflüchteten. Eine entsprechende Vereinbarung haben der Caritasverband für die Diözese Speyer und die Stadt Blieskastel getroffen.

Das Grundstück, auf dem das Gebäude steht, gehört der katholischen Kirchengemeinde Hl. Familie Blieskastel. Der Caritasverband nutzt es in Erbbaurecht und wird dort den Altbau im kommenden Jahr abreißen und für das Caritas-Förderzentrum Edith-Stein einen Neubau errichten. Das Förderzentrum ist eine Einrichtung zur Begleitung und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.


Gemeinschaftsunterkunft  soll nur Zwischenlösung sein

Für die Zeit vom 1. September 2022 bis 31. März 2023 wird die Stadtverwaltung den Altbau kostenlos nutzen. „Wir sind froh und dankbar, dass uns die Caritas das leerstehende Gebäude zumindest vorübergehend zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt. Zwar müssten noch einige kleinere Reparatur- und Instandsetzungs- sowie Malerarbeiten vorgenommen werden und es muss natürlich auch noch möbliert werden", erklärte Guido Freidinger, der für Migration zuständige Beigeordnete der Stadt Blieskastel. Dank der tatkräftigen Unterstützung des städtischen Bauhofes konnten diese Arbeiten aber in Rekordzeit erledigt werden, sodass die Belegung der insgesamt über 20 Doppel- und Mehrbettzimmer schon ab 1. September erfolgen kann. „Die Caritas überlässt uns das Gebäude mietfrei, die Stadt übernimmt die Neben-und Betriebskosten", so der Beigeordnete.
In dem Haus können bis zu 40 Geflüchtete in jeweils abgeschlossenen Wohneinheiten Unterkunft finden. Darüber hinaus stehen noch auf jeder Etage großzügige Gemeinschaftsräume und gemeinschaftlich nutzbare Küchen zur Verfügung.

Es soll eine Übergangslösung sein, denn Ziel der Kommune ist es nach wie vor, für die geflüchteten Menschen zeitnah passenden Wohnraum auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden. Deshalb ruft die Stadt erneut die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, freien Wohnraum zu melden.


Stadt Blieskastel sucht dringend Wohnungen für Flüchtlinge

Blieskastel hat schon viel getan, um den vor Krieg und Zerstörung flüchtenden Menschen aus der Ukraine zu helfen. Private Wohnungsanbieter haben für ein Dach über dem Kopf gesorgt, die Flüchtlingshilfe hat die zum Teil traumatisierten Ankömmlinge betreut und bei Behördengängen unterstützt, mit städtischer Hilfe konnten ein Möbellager eingerichtet, Deutschkurse für Erwachsene und zusätzliche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche angeboten werden. "Für diese beileibe nicht selbstverständliche Unterstützung können wir uns bei allen Unterstützern nicht oft genug bedanken. Aber wir dürfen in unseren Hilfe- und Solidaritätsanstrengungen für die aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine geflüchteten Menschen nicht nachlassen", so der für Flüchtlinge zuständige Beigeordnete Guido Freidinger in seinem Appell an die Bürgerinnen und Bürger in Blieskastel, auch weiterhin leerstehenden Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Zwar kommen die direkten und indirekten Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in Form von Preissteigerungen insbesondere für Gas, Öl und Elektrizität inzwischen auch bei den Bundesbürgern an und stellen insbesondere einkommensschwächere Haushalte vor große Probleme. "Das darf aber nicht dazu führen, dass wir für das Leid und die Not der Menschen aus der Ukraine aus dem Blick verlieren", so der Beigeordnete weiter. Seit Ausbruch des russischen Angriffskrieges haben schon rund 700 000 Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in Deutschland Zuflucht gefunden, 11.000 davon im Saarland. In Blieskastel seien es inzwischen 206 Menschen, darunter 128 Frauen, 13 Kinder unter 6 Jahren sowie 40 im Alter von 6 bis 16 Jahren. Bisher sei es nicht zuletzt auch dank der lobenswerten Unterstützung zweier in der Stadt ansässiger Hotelbetriebe gelungen, allen ankommenden Flüchtlingen auch eine Unterkunft zu besorgen. Darüber hinaus habe man in der Zwischenzeit auch auf das Angebot der Caritas zurückgegriffen und die seit längerem leerstehende ehemalige Fördereinrichtung in Lautzkirchen als Gemeinschaftsunterkunft hergerichtet, heißt es weiter aus dem Rathaus. "Wenn wir die für diese Woche vorgesehenen 14 weiteren Zuweisungen dort untergebracht haben, sind unsere Möglichkeiten erschöpft. Wenn wir weiterhin die Belegung von Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäusern vermeiden wollen, brauchen wir dringend weitere Wohnungsangebote“, so der Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler gemeinsam mit dem Beigeordneten in seinem Aufruf. Wohnungsanbieter könnten sich auch weiterhin entweder unter der Telefonnummer 926-1370 oder per Email (fluechtlinge@blieskastel.de) an die Stadt wenden.