Zeichen setzen für grenzüberschreitende Freundschaft

Blieskastel und Ormersviller zeigen Flagge im neuen deutsch-französischen Freundschaftsabkommen, das auch bei der Umsetzung grenzüberschreitender Projekte helfen und den Alltag der Menschen erleichtern soll, die in diesen Regionen leben.

Marcel Vogel (Mitte) mit der Bürgermeisterin, dem Ersten Beigeordneten und städtischen Bediensteten im großen Sitzungssaal des Blieskasteler Rathauses. (Foto: Uwe Brengel)

Beflaggung am Blieskasteler Rathaus am 22. Januar als Symbol für die deutsch-französische Freundschaft. (Foto: Uwe Brengel)

Der jährliche Neujahrsempfang im Blieskasteler Rathaus stand am 18. Januar unter einem ganz besonderen Motto. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener dazu ihren Kollegen Marcel Vogel aus der französischen Nachbargemeinde Ormersviller begrüßen. Anlass war die für den 22. Januar angekündigte Unterzeichnung des neuen Freundschaftsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich, zu der sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef Emmanuel Macron im Krönungssaal des Aachener Rathauses eingefunden hatten. 1963 wurde im Pariser Elysée-Palast von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle der erste Vertrag dieser Art besiegelt. Zurückgehend auf die Sarbonne-Rede von Emmanuel Macron im September 2017 zielt die Erneuerung nunmehr nicht nur auf Reformen der Europäischen Union, sondern auch auf eine gründliche Revision der Arbeitsgrundlagen. Im Zuge dessen beabsichtigen die beiden Länder nicht zuletzt auch „in Grenzregionen die Beseitigung von Hindernissen zu erleichtern, um grenzüberschreitende Vorhaben umzusetzen und den Alltag der Menschen, die in diesen Grenzregionen leben, zu erleichtern“.

„Für die Grenzregionen ist im neuen Abkommen auch der Passus sehr wichtig, dass Rechtsvorschriften geändert werden sollen, wenn sie Projekten der Zusammenarbeit entgegen stehen – etwa gemeinsamen Wasserwerken oder Nahverkehrsverbünden“, so die Blieskasteler Verwaltungschefin, „ebenso wie die Vereinheitlichung von Wirtschaftsrecht, Koordinierung von Forschung und Entwicklung sowie eine gegenseitige Anerkennung von Schulabschlüssen“.

Gemeinsame Infrastrukturen und Perspektiven zu schaffen, zu leben und zu pflegen und damit das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger in der Region zu verbessern, dieses Ziel wollten auch die Verwaltungen von Blieskastel und Ormersviller mit einer Aktion unterstreichen. Marcel Vogel hatte dazu die Landesflagge mitgebracht, damit sie am 22. Januar das Blieskasteler Rathaus als Symbol für die deutsch-französische Freundschaft als ein Garant der Stabilität und des Friedens zieren konnte. Bei ihren Ansprachen betonten die Verwaltungschefs die Bedeutung ihrer Verbindung in Zeiten des Brexits, wachsendem Nationalismus und dem Erstarken von rechten Gruppierungen. Gerade in solchen Zeiten sei es doch umso wichtiger, gemeinsam Projekte auf den Weg zu bringen und eine grenzüberschreitende Freundschaft zu leben. „Aus dieser Freundschaft hervorgegangen ist nicht zuletzt beispielsweise bereits eine Zusammenarbeit zwischen der Stadtwerke Bliestal GmbH und dem Syndicat intercommunal des eaux de Volmunster, eine in Europa bis dahin einmalige Kooperation, die seitdem eine grenzüberschreitende Sicherung der Trinkwasserversorgung ermöglicht. Hierzu wurde ein neuer Hochbehälter nahe der Ormersviller Chapelle St. Joseph errichtet und eine Verbindungsleitung von Riesweiler zur französischen Grenze gebaut. Solche Projekte werden in Zukunft erleichtert“, weiß die Blieskasteler Bürgermeisterin zu ergänzen. „Blieskastel und Ormersviller werden gemeinsam und in Freundschaft weiter daran arbeiten, unsere Region im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger zu sichern und voranzubringen“, so die beiden Verwaltungschefs abschließend. (ub)