Die Barockstadt Blieskastel verfügt über ein kleines Museum mit einer wunderschönen Uhrensammlung auf 150 m², verteilt auf 5 Räume. Wie es der Zusatz im Namen schon andeutet, sind dies vorwiegend französische Pendeluhren.

Es werden insgesamt 99 Uhren präsentiert, die ein Privatsammler der Stadt Blieskastel gestiftet hat. Neben 5 Uhren aus Deutschland und 2 wunderbaren Pendeluhren aus England repräsentieren die restlichen 92 Zeitmesser mit der integrierten Sammlung der 36 Comtoise-Uhren nicht nur die Anfänge der Uhr in einem vorwiegend agrarisch strukturiertem Sektor des französischen Jura, sondern auch und gerade die Blütezeit der französischen Pendule vom Ende des 17. bis ins 19. Jahrhundert.

Während der Herrschaft des Königs von Frankreich, Ludwig XIV. (1643 – 1715), bekannter als Sonnenkönig, etablierte sich an seinem Hofstaat eine auf Repräsentation und Luxus bedachte höfische Kultur. Paris wurde dadurch im ganzen 18. Jahrhundert zum Zentrum, Produktionsstätte und Umschlagplatz von Luxusgütern für ganz Europa. Das Renommee der damals in Paris hergestellten Pendeluhren ging über die Grenzen Frankreichs hinaus; es basierte primär auf der hohen künstlerischen Qualität und der mit handwerklicher Meisterschaft hergestellten Gehäuse. Diese Uhren waren nicht nur Instrumente, welche die Zeit zeigen und anschlagen konnten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Kunstwerke, die zur Verschönerung der Gemächer beitrugen. Diese Uhren wurden nach ganz Europa verkauft und gehören heute mit zu den Prunkstücken vieler Museen. Es war zweifelsfrei so, dass solche Prachtpendulen aus Paris bzw. Frankreich auch im hiesigen Blieskasteler Schloss der Grafen, späteren Fürsten von der Leyen aufgestellt waren. Auch die Epoche Ludwig XV. (1715 – 1774 ) war ebenso stilprägend wie die Ludwig XVI. (1774 – 1789). Die Auswirkungen der Französischen Revolution und der Ära Napoleons lassen sich etwa auch beispielhaft an den hier ausgestellten Comtoise-Uhren ablesen.

Die Pendeluhr ist eine Erfindung des 17. Jahrhunderts. Das 1657 erstmals bei einer Uhr als Gangregler verwandte Pendel hatte zu einer deutlichen Optimierung, Verbesserung der Gang­genauigkeit der Uhren geführt. Die erste Pendeluhr baute Christian Huygens (1629 – 1695), ein niederländischer Physiker und Mathematiker. Er nutzte das Prinzip der gleichmäßigen Schwingungen eines Pendels. Dieses Prinzip war schon Leonardo da Vinci und Galilei bekannt, die sich bereits damit beschäftigten.

Eintrittspreise:

  • Führungen: 15,00 €
  • Erwachsene: 2,00 €
  • Ermäßigt: 1,00 € (Schüler, Studenten, Kurgäste, Schwerbehinderte, Erwerbslose)
  • Familien-Ticket: 3,00 €
  • Gruppen ab 10 Personen: 1,00 €/Person
  • Kinder bis 12 Jahre frei

 

Katalog zur Ausstellung
Blieskasteler Uhrenmuseum. la pendule. Ein Rundgang, zusammengestellt von Kurt Legrum. Blieskastel 2010. 141 Seiten mit 98 farbigen Abbildungen. Größe: DIN A 4. Softcover.
ISBN 978-3-00-031230-4. Preis: 36,- € (derzeit vergriffen).

  Becker Harald
Rathaus III (Haus des Bürgers)
Zimmer 317
Luitpoldplatz 5
 (06842) 926-1324
 (06842) 926-2324

 M.A. Legrum Kurt
Rathaus III (Haus des Bürgers)
Zimmer 318
Luitpoldplatz 5
 (06842) 926-1321
 (06842) 926-2324

Öffnungszeiten:
Sonntags 14:00 - 18:00 Uhr
(Führungen ganzjährig auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten, bitte tel. vereinbaren)
Dezember/Januar geschlossen.

Ostermontag, 28. März 2016. Eintritt frei. Öffnungszeiten: 15:00 - 18:00 Uhr


Stadtarchivar Kurt Legrum mit einigen der kostbaren Exponaten (Foto: U. Brengel)