Blieskastel auf dem Weg zu mehr für Sauberkeit und Ordnung

28.01.2026

Illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt – sie schadet Natur und Umwelt und belastet die Allgemeinheit

Saarlouis/Blieskastel. Mit einer Ankündigung, die Ende des vergangenen Jahres weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erzeugte, hat die Kreisstadt Saarlouis ihr Vorgehen gegen illegale Müllentsorgung deutlich verschärft. Neben empfindlichen Verwarn- und Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro werden, je nach Schwere des Verstoßes, auch Strafverfahren sowie die Geltendmachung von Schadensersatz für die Kosten der Beseitigung in Aussicht gestellt. Flankiert wird dies durch neue Hinweistafeln zur rechtlichen Absicherung der Verfahren, klar geregelte Einwurfzeiten an Containerstandorten sowie den ausdrücklichen Hinweis, dass das Abstellen von Abfällen, auch Papier und Kartonagen, neben den Containern verboten ist. Zudem kündigte Saarlouis regelmäßige Kontrollen durch sogenannte „Mülldetektive“ an.

Diese Regelungen nahm die Stadt Blieskastel nun zum Anlass, eine Delegation in die Kreisstadt Saarlouis zu entsenden. Ziel war ein interkommunaler Austausch mit dem Justiziariat sowie dem Leiter des dortigen Ordnungsamtes, um die praktischen Erfahrungen mit den neuen Abläufen und Kontrollinstrumenten aus erster Hand zu bewerten. Für die Stadt Blieskastel nahmen an dem Termin der Erste Beigeordnete Patrick Hüther, der derzeit die Vertretung des Bürgermeisters innehat, der Leiter des Hauptdezernats Verwaltungsdirektor Jens Welsch, der Leiter des Sicherheitsdezernats Brandoberamtsrat Marco Nehlig sowie die zuständige Amtsleiterin des Ordnungsamtes, Julia Krämer, teil. Für das Umweltdezernat nahm Charlotte Teichmann teil, die in Blieskastel für die Containerstellplätze im Stadtgebiet verantwortlich ist.

Die Vertreter aus Saarlouis berichteten im Austausch, dass man mit dem neuen Verfahren und dem Einsatz der „Mülldetektive“ sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Insbesondere sei es gelungen, das Aufkommen beziehungsweise den Beseitigungsaufwand illegaler Müllablagerungen um rund ein Fünftel zu reduzieren. Dabei setze Saarlouis bewusst auch auf die direkte Ansprache Betroffener mit spürbarem Verwarneffekt. Im Mittelpunkt stehe ein ordentliches, sauberes Stadtbild. Ein wesentlicher praktischer Nutzen ergebe sich zudem durch die Kostenreduzierung beim Baubetriebshof, weil weniger illegale Ablagerungen aufgenommen, transportiert und entsorgt werden müssten.

Fast 726 Stunden Arbeitswaufwand hat der städtische Baubetriebshof im vergangenen Jahr mit der Beseitigung illegaler Müllablagerungen und der Säuberung von Containerstellplätzen im Stadtgebiet aufwenden müssen. Patrick Hüther betonte nach dem Austausch die Bedeutung des Themas auch für Blieskastel: „Als eine der größten Flächenkommunen im Saarland und als schöne Biosphärenstadt tragen wir eine besondere Verantwortung für Sauberkeit und Ordnung, für unsere Ortsteile, unsere Landschaft und die Lebensqualität der Menschen. Illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt: Sie schadet Natur und Umwelt, belastet die Allgemeinheit und trifft am Ende die, die sich korrekt verhalten. Wir werden die in Saarlouis gewonnenen Erkenntnisse sorgfältig auswerten und prüfen, welche Maßnahmen, von klaren Regeln über verständliche Hinweise bis hin zu sichtbaren Kontrollen und konsequenten Sanktionen, auch für Blieskastel geeignet sind. Unser Anspruch ist, für die Bürgerinnen und Bürger spürbar etwas zu bewegen“, so der Beigeordnete abschließend.