Die Stadt Blieskastel hat als erste Kommune im Saarland die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

Blieskastel als Vorreiter bei der Wärmewende

Als Kommune mit weniger als 100.000 Einwohner*innen muss die Stadt Blieskastel die Kommunale Wärmeplanung Blieskastel bis 2028 vorlegen.Bereits im Dezember 2022 hat die Stadt Blieskastel einen entsprechenden Förderantrag im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes (NKI) gestellt. Auf der Grundlage des Förderbescheides wurde im Oktober 2023 das Planungsbüro ecb energie.concept.bayern GmbH & Co. KG mit der Erstellung des Konzeptes zur Kommunalen Wärmeplanung sowie der Öffentlichkeitsbeteiligung für die Stadt Blieskastel beauftragt. Lange dauerte es aus datenschutzrechtlichen Gründen, bis die Schornsteinfegerdaten als wesentliche Grundlage der Planung zur Verfügung gestellt werden konnten.

Die Kommunale Wärmeplanung ist ein informelles Planungsinstrument, mit dem eine koordinierende, ganzheitliche und langfristige Strategie zur Kommunalen Wärmeversorgung entstehen soll. Sie ist formal vergleichbar mit integrierten Stadt- bzw. Gemeindeentwicklungskonzepten oder auch Klimaschutzkonzepten. Bei der Kommunalen Wärmeplanung wird auf der Grundlage der Analyse aller Verbräuche und der potenziellen Wärmequellen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien (Abwärme, Flusswärme, Geothermie, Wind, Solarenergie), ein Zielszenario 2045 für die Wärmeversorgung erarbeitet.

Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz vom 01.01.2024, in dem für Kommunen wie Blieskastel die Erstellung eines Wärmeplans bis zum 30.06.2028 vorgegeben wird. Verbindlich werden die Inhalte des Wärmeplans erst dann, wenn gebietsbezogen per Satzung z.B. ein Nahwärmegebiet festgesetzt wird. Bis dahin und außerhalb dieser festgesetzten Gebiete hat der kommunale Wärmeplan den Charakter eines Orientierungsrahmens.

Für die zentrale Wärmeversorgung wurden Eignungsgebiete mit zeitlich unterschiedlicher Priorisierung in den Stadtteilen Wolfersheim, Blickweiler, Breitfurt, Böckweiler, Biesingen und Teilgebiete in Aßweiler und Ballweiler herausgearbeitet. Im südlichen Stadtgebiet wurden Eignungsgebiete für die dezentrale Wärmeversorgung aufgezeigt. Des Weiteren wurde die zukünftige Versorgung mit Wasserstoff im nördlichen Stadtgebiet betrachtet. Hierbei kann auf das bestehende Gasnetz zugegriffen werden. Allerdings erfolgt kein Vorschlag als Wärmeversorgungsgebiet mit Wasserstoff.

Ziel der kommunalen Wärmeplanung in Blieskastel ist, die Vorbereitung der Wärmewende Blieskastel, die Schaffung eines Orientierungsrahmens für alle, eine umsetzungsorientierte Konzeption und die Konkretisierung des Bausteins „Wärmeversorgung“ aus dem „Integrierten Vorreiterkonzept Klimaschutz“.

Nach intensiver Abstimmung zwischen dem Planungsbüro, der Fachabteilung und der Lenkungsgruppe sowie den örtlichen Versorgungsunternehmen und anderer Akteure, die man zeitweise beteiligt hat, wurde die Kommunale Wärmeplanung am 26. Juni 2025 dem Stadtrat Blieskastel zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Stadtrat stimmte den vorliegenden Wärmeplan zu, so dass die Stadt Blieskastel somit als erste saarländische Kommune die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen hat.

Die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung Blieskastel können hier eingesehen werden.

Neue Informationsplattform beim Land zur Wärmewende

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie hat eine Informationsplattform zur Beratungsstelle der Wärmewende eingerichtet. Dort findet man weiterführende Informationen zur Wärmewende sowie zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung im Saarland. Unter der Überschrift Best Practices aus den saarländischen Gemeinden ist die Stadt Blieskastel als Vorreiter zu finden. https://www.saarland.de/mwide/DE/portale/waermewende/aktuelles/aktuelles

Ausblick:

  • Wie geht es weiter mit der Kommunalen Wärmeplanung in Blieskastel?

  • In den nächsten Monaten werden verschiedene Schwerpunkte gesetzt:

  • Für die herausgearbeiteten Priorisierungsgebiete für Wärmenetze sollen Machbarkeitsstudien beauftragt werden, um zu überprüfen, ob in den jeweiligen Bereichen ein Wärmenetz wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

  • Außerdem plant die zuständige Fachabteilung weitere Informationen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Kommunale Wärmeplanung. Besonders die Information der südlichen Stadtteile, welche zukünftig dezentral versorgt werden müssen, haben Priorität. Mit Partnern wie z. B. der ARGE SOLAR e. V. oder der Verbraucherzentrale sollen die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand informiert werden. Eine Kommunikationsstrategie, die die Menschen über die Kommunale Wärmeplanung dauerhaft informiert, ist dabei unabdingbar.

  • Da es sich um ein sehr komplexes Thema handelt, welches technisches, planerisches, organisatorisches, aber auch enorm viel kommunikatives Know-How voraussetzt, hat sich die Stadt Blieskastel entschlossen zu prüfen, ob ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Bereichen des Bau- und Planungsdezernates, dieser Querschnittsaufgabe eher Rechnung tragen könnte, als eine Einzelperson, wie beispielsweise ein Klimaschutzmanager. Durch die Besetzung mit mehreren Mitarbeitern erhofft sich die Verwaltung die bestmögliche Abdeckung der sehr heterogen anfallenden Aufgaben über einen längerfristigen Zeitraum. Da in fünf Jahren die Kommunale Wärmeplanung wieder überarbeitet und angepasst werden muss, sollte eine nachhaltige Besetzung sichergestellt werden. (sw)

Die Stadt Blieskastel hat als erste Kommune im Saarland ihre Kommunale Wärmeplanung (KWP) abgeschlossen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Wärmewende gemacht.

Der Stadtrat hat am 26. Juni 2025 den Wärmeplan einstimmig beschlossen – deutlich vor dem gesetzlichen Stichtag 30. Juni 2028, der für Städte unter 100.000 Einwohnern gilt.
Bereits 2022 hatte die Stadt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes Fördermittel beantragt. Mit diesen Geldern wurde das Planungsbüro ecb energie.concept.bayern beauftragt, das in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung, Versorgungsunternehmen und weiteren Akteuren ein umfassendes Konzept erarbeitete. Die Grundlage bildete eine detaillierte Analyse des Wärmeverbrauchs und möglicher erneuerbarer Wärmequellen – darunter Abwärme, Solarenergie, Geothermie, Flusswärme und mehr.
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument zur langfristigen und klimafreundlichen Gestaltung der Wärmeversorgung. In Blieskastel wurden geeignete Gebiete für zentrale Wärmenetze in den Stadtteilen Wolfersheim, Blickweiler, Breitfurt, Böckweiler, Biesingen sowie in Teilbereichen von Aßweiler und Ballweiler identifiziert. Für das südliche Stadtgebiet sieht der Plan eine dezentrale Versorgung vor. Auch die zukünftige Rolle von Wasserstoff wurde in einzelnen Bereichen untersucht.
Ziel des Wärmeplans ist es, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen einen Orientierungsrahmen für die energetische Zukunft zu geben. Die Umsetzung erfolgt schrittweise: Als nächstes sollen Machbarkeitsstudien für priorisierte Gebiete folgen. Zudem plant die Stadt gezielte Informationsangebote, um insbesondere in den dezentral zu versorgenden Stadtteilen für Aufklärung zu sorgen – in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Verbraucherzentrale oder der ARGE SOLAR e. V.
Um der komplexen Querschnittsaufgabe gerecht zu werden, prüft die Stadtverwaltung derzeit die Einrichtung eines interdisziplinären Teams im Bau- und Planungsdezernat. Ziel ist eine nachhaltige Struktur, die auch die gesetzlich vorgesehene Fortschreibung des Plans in fünf Jahren sicherstellen kann.

Die Stadt Blieskastel wird mit ihrem frühzeitigen Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung bereits als Best-Practice-Beispiel auf der neuen Informationsplattform des Landes zur Wärmewende aufgeführt:
www.saarland.de/mwide/waermewende

Hier geht's zum Kommunalen Wärmeplan (adobe-acrobat-Datei, ca. 12 MB)
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